Die Kunstsammlung von David und Lola Leder

von Beate Schreiber unter Mitarbeit von Dr. Bettina Leder

1889 emigrierten Leon und Cecilie Leder aus RumÀnien nach Chemnitz. In RumÀnien hatten sie in Jassy gelebt, dort waren auch die beiden Kinder Rosa und David zur Welt gekommen. Leons Bruder Wilhelm Leder, der bereits in Berlin lebte, zog ebenfalls nach Chemnitz, vermutlich, um seinem Bruder nÀher zu sein.

Chemnitz hatte sich in diesen Jahren zu einem Zentrum der Textilwirtschaft entwickelt, in der auch Leon und Wilhelm Leder tĂ€tig waren. Als die beiden BrĂŒder 35 Jahre spĂ€ter in ihrer neuen Heimat starben, lag ein oft schwerer Weg hinter ihnen, der aber doch von Erfolg gekrönt zu sein schien. Aus David Leder war ein erfolgreicher Kaufmann geworden, der, wie sich seine Ehefrau Lola erinnerte, „alles Schöne“ liebte und Kunst sowie kostbare BĂŒcher sammelte. Er hatte eine der umfangreichsten Sammlungen von Zeichnungen Max Liebermanns zusammengetragen. DarĂŒber hinaus hatte Liebermann David Leder und vor allem Lola Leder mehrmals portrĂ€tiert.

Max Liebermann: Lola Leder. Undatiert, mit Widmung “dem entzĂŒckenden Modell, dessen Reize die Radierung (leider!) nicht wiedergibt”. Radierung aus der Sammlung Leder Foto: Uwe Hauth.
Max Liebermann: Lola Leder. Undatiert, mit Widmung “dem entzĂŒckenden Modell, dessen Reize die Radierung (leider!) nicht wiedergibt”. Radierung aus der Sammlung Leder. Foto: Uwe Hauth.

Der KunsthĂ€ndler Hugo Perls (1886-1977) schilderte in seinen Memoiren eine seiner Begegnungen mit Liebermann, bei der dieser ihm sein „scheenstes Bild“ zeigte, „die Leeder, aber das kriejen Se nicht, die ‚Leeder‘ kricht keener.“[1]

Die Erforschung der Sammlung von David und Lola Leder war Gegenstand eines vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderten Projekts, das am 1. Juni 2021 begann und ursprĂŒnglich ein Jahr spĂ€ter abgeschlossen sein sollte; pandemiebedingt wurde es bis Ende August 2022 verlĂ€ngert. DurchgefĂŒhrt wurde es in Kooperation von Facts & Files und Dr. Bettina Leder, Enkelin von David und Lola Leder.

Das wichtigste Ziel des Projekts war es, die Sammlung zu rekonstruieren, von der vor allem bekannt war, dass sie GemĂ€lde von Lovis Corinth, Max Slevogt und Max Liebermann sowie eine große Anzahl von Zeichnungen umfasste.

Der Anfang in Chemnitz

Vergleichbar mit den Ereignissen in Polen, richtete sich am Ende des 19. Jahrhunderts auch in RumĂ€nien der Nationalismus gegen die jĂŒdische Bevölkerung. RumĂ€nische Nationaldichter und Schriftsteller riefen zu Gewalttaten gegen Juden auf; Politiker forderten „RumĂ€nien fĂŒr RumĂ€nen“.[2] In Jassy machte die jĂŒdische Bevölkerung zu dieser Zeit mehr als die HĂ€lfte der Einwohner der Stadt aus. Viele JĂŒdinnen und Juden waren aus den umliegenden Dörfern ausgewiesen worden und nach Jassy gezogen. Immer wieder kam es zu Übergriffen. Leon Leder sah dort keine Zukunft fĂŒr seine Familie.

Im Königreich Sachsen konnten sich Juden seit 1850 unbefristet niederlassen: Unter der Voraussetzung, dass sie gĂŒltige Heimatpapiere besaßen, wurde ihnen ein Aufenthalts-, aber kein BĂŒrgerrecht eingerĂ€umt.[3] Durch den Eintritt Sachsens in den Norddeutschen Bund wurde die Gleichheit der Konfessionen auch in Chemnitz ab 1869 gesetzlich garantiert. Als Leon Leder in die Industriestadt mit ihren ĂŒber 100.000 Einwohnern kam, lebten hier 953 JĂŒdinnen und Juden. Er grĂŒndete – wie auch sein Bruder Wilhelm – eine eigene Textilhandelsfirma; die Kinder Clara, Max und Leonora wurden hier geboren.

David Leder erlernte nach dem Besuch des Gymnasiums in der Firma seines Vaters, die mit StrĂŒmpfen und Handschuhen handelte, den Kaufmannsberuf. 1910 erhielt er in der Firma seines Schwagers Julius Schwarzenberger (er hatte Davids Schwester Rosa geheiratet) Prokura. 1914 grĂŒndete er seine eigene Großhandlungsfirma und verlobte sich im Februar 1914[4] mit Lea Laura, genannt Lola, Bernstein, die mit ihrer Familie 1899 aus Galizien bzw. England nach Chemnitz gekommen war. Am 10. Juli 1914 heirateten die beiden in Chemnitz.[5] Am 13. April 1915 wurde ihr erstes Kind, Rudolf, geboren.

Mit dem Kriegseintritt RumÀniens im August 1916 wurde David Leder mit seinem Bruder Max und seinem Vater in Holzminden im Herzogtum Braunschweig interniert.[6] In seiner Abwesenheit bekam seine Frau Lola den zweiten Sohn, Alfred.

Lola Leder mit ihren Söhnen Rudolf (rechts neben ihr) und Alfred, Chemnitz, 1917. Privat.
Lola Leder mit ihren Söhnen Rudolf (rechts neben ihr) und Alfred, Chemnitz, 1917. Privat.

Die Firmen der Familie – also die von Leon, David und auch Wilhelm Leder – wurden als feindliches Vermögen unter Verwaltung gestellt.[7] FĂŒr die Firma von David Leder wurde sie erst im Februar 1920 wieder aufgehoben.[8] Die finanzielle Lage der Familie durch die Zwangsverwaltung war desaströs. Nach David Leders Freilassung wurde 1918 die Tochter Ruth geboren.

Beginn des Sammelns

Im Februar 1920 Jahr ging David Leder mit seiner Familie nach Berlin.[9] Dorthin war auch sein enger Freund Erich Goeritz gezogen, dessen Vater in Chemnitz das Textilunternehmen Sigmund Goeritz AG gegrĂŒndet hatte. 1916 hatte Erich die Leitung der Firma ĂŒbernommen und den Sitz des erfolgreichen Unternehmens 1920 nach Berlin verlegt. Erich Goeritz investierte auch in Kunst: So hatte er gemeinsam mit dem KunsthĂ€ndler Thannhauser das GemĂ€lde „Le Bar aux Folies-BergĂšre“ von Edouard Manet von Baron Hatvany 1924 erworben und verkaufte es 1926 an Samuel Courtauld.[10]

David und Lola Leder mit Cousin Carl Leder und Erich Goeritz, undatiert. Privat.
David und Lola Leder mit Cousin Carl Leder und Erich Goeritz, undatiert. Privat.

1921 grĂŒndete David Leder ein Unternehmen fĂŒr den Groß- und Einzelhandel mit Wolle und Baumwolle und ließ es 1922 ins Berliner Handelsregister eintragen.[11] Seine Firma beschĂ€ftigte vier kaufmĂ€nnische Angestellte.

In dieser Zeit begann David Leder, Kunst zu sammeln. Die Portraits von Lola Leder, die Max Liebermann malte, entstanden ab 1920, das Portrait von David Leder 1923. Erich Goeritz erinnerte sich 1953: „Wie bereits erwaehnt, war ich mit den Eheleuten Leder sehr gut befreundet. Insbesondere war ich mit dem Ehemann Leder intim bekannt. [
] Teilweise unter meinem Einfluss – ich selbst bin und war Kunstsammler und als solcher den deutschen Kunsthaendlern und Museumsdirektoren bekannt – interessierte sich Herr Leder fuer den Erwerb von Kunstgegenstaenden. Sein ganz besonderes Interesse galt aber dem Erwerb schoener und kostbarer Buecher.“[12]

David Leders Bruder Max, der bis zu seinem Tod 1926 in Chemnitz lebte, stellte den Kontakt zu dem KĂŒnstler Otto Th. W. Stein her, der von David Leder maßgeblich gefördert wurde und gleichzeitig ein wesentlicher Berater beim Aufbau der Kunstsammlung von David und Lola Leder wurde.[13] In ihrem Auftrag portrĂ€tierte Stein den Violinisten Andreas Weissgerber, der auch von Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth gemalt wurde. Von letzterem stammen sogar zwei ÖlgemĂ€lde, von denen die kleinere Variante mit einer sitzenden Halbfigur sich heute im Museum fĂŒr Bildende Kunst in Luxemburg befindet.[14] Diese beiden Portraits entstanden bereits vor dem Umzug der Leders nach Berlin, das grĂ¶ĂŸere Hochformat hatte Erich Goeritz bei Corinth beauftragt.

Otto Th. W. Stein: Ohne Titel, ohne Jahr. Das Blatt aus der Sammlung Leder zeigt einen Hausmusikabend bei Familie Leder - David Leder spielt Klavier, Andreas Weissgerber Violine, Joseph Weissgerber Cello. Foto: Uwe W. Hauth
Otto Th. W. Stein: Ohne Titel, ohne Jahr. Das Blatt aus der Sammlung Leder zeigt einen Hausmusikabend bei Familie Leder – David Leder spielt Klavier, Andreas Weissgerber Violine, Joseph Weissgerber Cello. Foto: Uwe W. Hauth

Ein GemĂ€lde Liebermanns „Knabe mit Esel“, das sich heute nicht eindeutig identifizieren lĂ€sst, verkaufte David Leder 1921 an die Kunsthandlung Paul Cassirer, die es – nach den Angaben aus dem Cassirer-Archiv – sofort an die Hamburger Galerie Commeter weiter verĂ€ußerte.[15]

Von wem David Leder Liebermann-Zeichnungen erwarb, bleibt unklar, vom KĂŒnstler selbst jedenfalls nicht, wie ein Brief Liebermanns an den Dresdner Kunstsammler Hermann MĂŒller[16] vom 14. Dezember 1921 bezeugt: „Allerdings schwindet der Vorrat an Zeichnungen immer mehr und nicht nur Herr Leder (der ĂŒbrigens noch nie direkt eine Zeichnung von mir erworben hat) ist nicht Ihr einziger Concurrent: Sie haben Schule gemacht.“[17] Möglicherweise konnte David Leder die Zeichnungen auch als Konvolute bei der Kunsthandlung Paul Cassirer kaufen.

Im FrĂŒhjahr 1922 lernte David Leder im Hause von Erich Goeritz den jungen KĂŒnstler Jakob Steinhardt kennen. Auch ihn beauftragte er mit einem Portrait von Andreas Weissgerber, dessen Verbleib unbekannt ist.[18] Mit der Familie Leder waren auch die Eltern und Schwester des Musikers eng befreundet. Jakob Steinhardts Ehefrau Minni erwĂ€hnte in ihren Erinnerungen, dass David Leder das gesamte graphische Werk von Lovis Corinth erworben hatte und es in speziell dafĂŒr hergestellten KĂ€sten aufbewahrte.[19] Karl Schwarz, Kunsthistoriker und Freund der Leders (1933 GrĂŒnder und fĂŒr kurze Zeit Direktor des JĂŒdischen Museums Berlin, bevor er im Sommer nach PalĂ€stina emigrierte, wo er Leiter des Tel Aviv Museum of Art wurde), beschrieb diese als „SammlungskĂ€sten“.[20] Die 1920 von Lovis Corinth gemalten Aquarelle mit „Walchenseelandschaften“ und vielleicht auch die in den KĂ€sten verwahrten Graphiken erwarb David Leder wahrscheinlich in Berlin ĂŒber die Kunsthandlung Fritz Gurlitt, die den KĂŒnstler vertrat. 1920 ließ Corinth auf einem Lithographie-Druckstein eines „Kriegerkopfes“ einfĂŒgen: „Das graphische Werk von Lovis Corinth Sammlung David Leder“.[21]

Ab Mai 1922 war ein Liebermann-Portrait von Lola Leder auf der Internationalen Kunstausstellung in Venedig zu sehen und wurde dort mit anderen Kunstwerken Opfer „von Vandalen“, die es zerschnitten.[22] Hans Posse, der den deutschen Pavillon kuratiert hatte, schrieb empört an Max Liebermann: „Wie Sie schon durch Herrn Leder wissen, hat Ihr Bildnis der Frau L. bei einer perversen Kanaille in dem Masse Interesse erregt, dass diese es – ein Trost im UnglĂŒck wenigstens leicht – mit dem Messer bearbeitet hat.“[23]

Der KunsthĂŒtte Chemnitz bzw. dem dortigen StĂ€dtischen Museum schenkte David Leder zu Beginn der 1920er Jahre mehrfach Zeichnungen bzw. finanzierte den Ankauf von Kunstwerken.[24] Leider sind die Korrespondenzen und auch Rechnungen im Archiv der StĂ€dtischen Kunstsammlungen Chemnitz nicht systematisch bearbeitet und ĂŒberliefert, sodass die Kooperation zwischen David Leder und dem Museum bzw. der KunsthĂŒtte Chemnitz in mancher Hinsicht schemenhaft bleibt.

FĂŒr die Corinth-Ausstellung der Berliner Nationalgalerie 1923 stellte David Leder drei GemĂ€lde[25] zur VerfĂŒgung.[26] Im gleichen Jahr verlieh er Zeichnungen und zwei Portraits seiner Frau von Liebermann fĂŒr die große Ausstellung von Liebermanns Werk an das Kunsthaus ZĂŒrich.[27] Die Liste umfasste 347 Zeichnungen.[28] Eine Auswahl der Zeichnungen wurde im Katalog abgedruckt, leider ohne Maße, aber mit einer Sammlungsnummer. Den Versand organisierte die Berliner Kunsthandlung Paul Cassirer, wohin die Zeichnungen aus ZĂŒrich auch wieder zurĂŒckgeschickt wurden. Aus der Korrespondenz zwischen David Leder und Wilhelm Wartmann vom Kunsthaus ZĂŒrich geht hervor, dass David Leder die Zeichnungen im Kupferstichkabinett in Dresden bearbeiten ließ.[29] Leider sind dazu keine weiteren Quellen ĂŒberliefert.

Werke aus der Sammlung befanden sich zeitweise auch in Museen, bei KunsthĂ€ndlern oder Speditionen, von wo sie dann fĂŒr Ausstellungen abgefordert wurden. Diese beim Leihverkehr entstandene Korrespondenz mit Listen und die Auktionskataloge sind die einzigen Quellen zur Sammlung selbst: Zwar sind einzelne Sammlungsnummern ĂŒberliefert, aber kein Inventar. Wie bei anderen Sammlungen auch, variieren zudem die Titel der Kunstwerke in verschiedenen Aufstellungen; mitunter fehlen Materialangaben oder Maße etc.

1923 wurde David Leder als Vertreter der Schuhfabriken Haug & Leonhardt AG in Eppendorf zum Aufsichtsratsmitglied bei der Chemnitzer Industrie- und Baubank gewÀhlt.[30]

Rudolf Leder bei der Reitstunde im Berliner Tiergarten, Anfang der 1920er Jahre. Privat.
Rudolf Leder bei der Reitstunde im Berliner Tiergarten, Anfang der 1920er Jahre. Privat.

Die Hyperinflation hatte in Deutschland bis zum November 1923 zu einer gravierenden Wirtschaftskrise gefĂŒhrt. Durch die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schwierigen Bedingungen blieb die Rohstoffbeschaffung fĂŒr die gesamte Textilbranche ein großes Problem.[31] David Leder war mit seiner Firma genau in diesem zentralen Bereich tĂ€tig und deshalb den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Inflation besonders stark ausgesetzt. Überdies hatte er durch seine Internierung wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs massive finanzielle Einbußen hinnehmen mĂŒssen und höchstwahrscheinlich kaum RĂŒcklagen bilden können. Da uns konkrete Umsatzzahlen fĂŒr sein Unternehmen fehlen, kann man nur mutmaßen, dass sein Unternehmen ab 1923 in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wie so viele andere Firmen ebenfalls in eine Krise geriet.

VerkÀufe und Auktionen aus der Sammlung 1925

Offenbar entschloss sich David Leder im Laufe des Jahres 1924 zum Verkauf seiner Liebermann-Zeichnungen, denn bereits im Dezember 1924 bot die Kunsthandlung Paul Cassirer diese fĂŒr insgesamt 125.000 Mark an.[32] Der Verkauf kam nicht zustande, und so kamen sie zur Versteigerung: Am 3. und 4. MĂ€rz 1925 wurden 316 Handzeichnungen von Max Liebermann aus der Sammlung durch Paul Cassirer und Hugo Helbing in Berlin auf einer Auktion angeboten.[33] Im Grunde waren es zwei Auktionen: die Versteigerung der Liebermann-Zeichnungen und die der „Sammlung eines sĂŒddeutschen Kunstfreundes und anderer Besitz“, die an den gleichen Tagen zusammen stattfanden. Dieser sĂŒddeutsche Kunstfreund war der Erlanger Karl Zitzmann (1871-1956).[34] Adolph Donath berichtete in seiner AuktionsrĂŒckschau, dass in dieser Auktion zahlreiche Lose aus HĂ€ndlerbesitz waren und deshalb die Polizei einschritt.[35]

Zu der Auktion sind drei annotierte Katalogexemplare mit Preisen und Erwerbern ĂŒberliefert[36], so dass 48 Zeichnungen als unverkauft identifiziert werden können, die wieder zurĂŒck an David Leder gingen. Vier davon gelangten zu einem noch nicht genau definierbaren Zeitpunkt in die Sammlung von Hildebrand Gurlitt, dazu spĂ€ter mehr. Ansonsten wurden 46 Lose von „Frau Katzenellenbogen“ erworben, wahrscheinlich handelte es sich um Estella Katzenellenbogen.[37] Die Nationalgalerie in Berlin kaufte 20 (nach den Annotationen im Katalog) oder 25 Liebermann-Zeichnungen (nach einer Aufstellung der Nationalgalerie).[38]

Adolph Donath befand in seinem Auktionsbericht die Preise fĂŒr die „charakteristischen“ Handzeichnungen Liebermann als hoch, aber „manche BlĂ€tter waren auch fĂŒr 80 und 100 Mark zu haben“.[39]

Max Liebermann schrieb am 17. MĂ€rz 1925 an Friedrich Schreiber-Weigand, den Direktor des Chemnitzer Museum und Leiter der KunsthĂŒtte. Er beglĂŒckwĂŒnschte ihn zum Erwerb seines Selbstportraits[40] aus der Sammlung Leder.[41] Es wurde vom Museum 1935 ĂŒber die Chemnitzer Kunsthandlung Gerstenberger an Karl Goeritz, den Bruder von Erich, verkauft und ist bis heute verschollen.[42]

RĂŒckkehr nach Chemnitz

Im Juli 1925 verlegte David Leder den Sitz seines Unternehmens nach Chemnitz[43] und ĂŒbersandte nicht nĂ€her beschriebene Zeichnungen aus Berlin nach Chemnitz zur KunsthĂŒtte bzw. an das dortige Museum, da er sie wĂ€hrend seiner Sommerreise nicht im Hause haben wolle.[44] Zu diesem Zeitpunkt befanden sich offenbar schon GemĂ€lde und andere graphische Arbeiten aus seiner Sammlung in der Obhut des Museums in Chemnitz. Einige wurden dort, andere bei der Kunsthandlung Gerstenberger, ausgestellt.

Eine Aufstellung vom 5. August 1925 listet die Kunstwerke auf, die sich in Chemnitz befanden.[45] Sie enthĂ€lt Angaben zu KĂŒnstlern (Liebermann, Corinth, Slevogt, Hofer, Stein, Vlaminck, Ury, Schaffer, DĂŒrer, CĂ©zanne, Nowak, Toulouse-Lautrec und Rembrandt), Titel, Art und Sammlungsnummern. Leider fehlen die Maße und auch die meisten Datierungen. Auf der Liste sind auch mehrere Pastelle von Max Liebermann genannt, wie etwa drei Darstellungen des Gartens in Wannsee mit den Sammlungsnummern 737, 776 und 733.[46] Alle drei „Wannseegarten“-Pastelle ließ Lola Leder aus der KunsthĂŒtte im Oktober 1925 ins Haus ihrer Schwiegermutter CĂ€cilie Leder in der Chemnitzer Heinrich-Beck-Straße 53 schicken.[47]

Wahrscheinlich eines[48] davon wurde zusammen mit insgesamt 309 anderen Zeichnungen auf der Auktion am 29. Oktober 1925 bei Amsler & Ruthardt in Berlin angeboten.[49] Es ist nicht zu verifizieren, ob alle Lose aus der Sammlung von David und Lola Leder stammten. Da bislang keine annotierten Kataloge zu dieser Auktion zu finden waren und es auch keine Überlieferung in der bis heute bestehenden Kunsthandlung gibt, muss man auf die Berichterstattung in der Presse zurĂŒckgreifen. Sie war glĂŒcklicherweise etwas ausfĂŒhrlicher als bei den beiden Auktionen im MĂ€rz.[50] Besonders erfreulich ist, dass auch die Ergebnisse der Auktion erörtert wurden, so dass wenigstens einige RĂŒckgĂ€nge identifizierbar sind. Genannt werden gelegentlich auch Zuschlagspreise, allerdings ohne Erwerber.[51] Auf diese Weise ist rekonstruierbar, dass 48 Lose aus der Auktion zurĂŒckgingen, darunter wohl auch zwei Zeichnungen von Paul CĂ©zanne[52] und zwei Zeichnungen von Vincent van Gogh[53], die in der Literatur als aus der Sammlung Leder identifiziert wurden. Auf der Liste in Chemnitz ist eine Lithographie[54] von CĂ©zanne aufgefĂŒhrt, die allerdings offenbar bis 1930 in Chemnitz blieb und 1925 auch nicht in der Auktion angeboten wurde.[55] 20 sogenannte Kastenmappen, die bei Amsler & Ruthardt höchstwahrscheinlich als Los 307 angeboten worden waren, erwarb das Chemnitzer Museum.[56]

Eine der erwĂ€hnten Zeichnungen van Goghs wurde 1930 als FĂ€lschung definiert[57], die andere befand sich eine Zeitlang im Eigentum des Filmproduzenten Josef von Sternberg und war von ihm bei der Galerie Thannhauser erworben worden[58], allerdings ist unklar, von wem diese beiden Zeichnungen 1925 eingeliefert wurden. Es könnte auch sein, dass sie sich nicht in der Sammlung Leder befunden haben. Aus dem Auktionstitel geht klar hervor, dass sich unter den Losen auch andere Einlieferer befanden. Wir haben versucht, alle verfĂŒgbaren Exemplare des Auktionskatalogs einzusehen, aber in diesen keine Hinweise auf Einlieferer gefunden.

1925 verzichtete David Leder auf die rumĂ€nische StaatsbĂŒrgerschaft; er, seine Frau und die Kinder galten damit als staatenlos.[59] Die Familie zog im November 1925 von Berlin wieder zurĂŒck nach Chemnitz.[60] Bereits im September 1925 hatte David Leder dort mit dem Mann seiner Schwester Clara, Salomon Schwartz[61], ein Strumpffabrikationsunternehmen gegrĂŒndet. Seine Schwester Clara erhielt Prokura.[62] Salomon Schwartz trat ein Jahr spĂ€ter wieder aus der Firma aus.

VerkÀufe und Auktionen aus der Sammlung ab 1926

Am 26. April 1926 schickte Friedrich Schreiber-Weigand, der Direktor des Chemnitzer Museums und der Leiter der KunsthĂŒtte, auf Bitten David Leders sechs „Bildwerke“[63] an die Kunsthandlung Gerstenberger.[64] Wahrscheinlich sollte Gerstenberger sie verkaufen. Details lassen sich aufgrund der unklaren Archivsituation nicht recherchieren. Der schriftliche Nachlass der Kunsthandlung Gerstenberger/Grosshennig liegt heute beim ZADIK in Köln und ist fĂŒr eine Einsichtnahme nicht zugĂ€nglich.[65] Diese sechs Kunstwerke können allesamt nicht in der Literatur identifiziert werden.

Dreizehn Tage zuvor soll Gerstenberger ein anderes GemĂ€lde von Karl Hofer aus der Sammlung Leder an die Kunstsammlungen Chemnitz verkauft haben, das jedoch erst 1924 entstanden und unter dem Titel „Altes StĂ€dtchen“ im Januar 1925 publiziert worden war.[66] Der Ankauf aus der Sammlung Leder ist im Inventar der Kunstsammlungen dokumentiert. Im Oktober 1925 stand ein GemĂ€lde Hofers mit dem Titel „Stadt“ und der laufenden Nummer 705 auf der Aufbewahrungsliste der Sammlung Leder in Chemnitz.[67] Davor war das GemĂ€lde Anfang 1925 in einer Zeitschrift unter dem Titel „Kleines StĂ€dtchen“ abgebildet.[68] Wie aber dieses GemĂ€lde dann im Sommer 1925 als neue Arbeit Hofers aus dem Jahr 1924 bei Flechtheim in Berlin in einer Verkaufsausstellung sein sollte, wenn es sich doch wahrscheinlich in Chemnitz befand, bleibt unklar.[69] Flechtheim war der Galerist von Hofer; David Leder hĂ€tte es im Sommer 1925 in Berlin kaufen, nach Chemnitz schicken und dann im 13. April 1926 ĂŒber Gerstenberger verkaufen mĂŒssen. NĂ€hme man an, dass die Auktionen der Zeichnungen im FrĂŒhjahr und Herbst 1925 ökonomische GrĂŒnde hatten, erscheint ein Kauf eines GemĂ€ldes in diesem Zeitraum unplausibel. Möglicherweise ist dieses Werk nicht identisch mit dem in der Sammlung Leder. Eine Inventarkarte des Museums gibt jedoch den Erwerb ĂŒber Gerstenberger aus der Sammlung Leder an.[70]

Im Juli 1928 entzog David Leder seiner Schwester die Prokura fĂŒr die Firma und erteilte sie seiner Frau Lola. Da es keine weiteren Dokumente zur GeschĂ€ftstĂ€tigkeit des Unternehmens gibt, bleibt – abgesehen von der massiven Wirtschaftskrise in Deutschland – unklar, warum die Firma im September 1928 Konkurs anmelden musste.[71] David Leder war danach als Alleinvertreter verschiedener Textilunternehmen, u.a. von Woolworth, tĂ€tig. Die Familie lebte auf dem Chemnitzer Kaßberg, in der Heinrich-Beck-Straße 53 I, im Haus der Mutter von David Leder, CĂ€cilie Leder. 1923 war deren Mann Leon, der Vater von David Leder, verstorben. 1929 erwarb die GrundstĂŒcksgesellschaft der Sigmund Goeritz AG das GrundstĂŒck fĂŒr 48.297 Reichsmark.[72] Wahrscheinlich hatte Erich Goeritz den Ankauf veranlasst, um seinen Freund zu unterstĂŒtzen. Die Sigmund Goeritz AG hatte ihren Sitz in Berlin, die BetriebsstĂ€tte aber weiterhin in Chemnitz.[73] Das Haus steht heute nicht mehr, das GrundstĂŒck ist anderweitig bebaut.

In einigen publizierten Provenienzketten, vor allem in den Werksverzeichnissen zu Corinth und Liebermann, ist zu elf Kunstwerken der Sammlung Leder Erich Goeritz als EigentĂŒmer nach David Leder aufgefĂŒhrt. Im Werkverzeichnis zu Corinth[74] ist hĂ€ufig das Jahr 1933 als Beginn der EigentĂŒmerschaft fĂŒr Erich Goeritz angegeben; die „Versuchung des heiligen Antonius“ war jedoch schon – wie wir aus den Korrespondenzen dazu wissen – 1923 und 1926 als Leihgabe Goeritz‘ in der Nationalgalerie ausgestellt.[75] Wir haben zu einem Übergang von Objekten aus der Sammlung Leder in die Sammlung Goeritz bislang keinerlei Quellen finden können. Die Angaben zu den EigentĂŒmern in den Werkverzeichnissen zu Corinth halten einer nĂ€heren ÜberprĂŒfung hĂ€ufiger nicht stand. Auf der RĂŒckseite eines Weissgerber-Portraits von Lovis Corinth, das sich heute im Museum fĂŒr Bildende Kunst in Luxemburg befindet und dorthin von Erich Goeritz gebracht und dann beschlagnahmt wurde, ist handschriftlich vermerkt „Leder gehörig“.[76] 1923 befand sich die Darstellung in Halbfigur – wie bereits erwĂ€hnt – in der Sammlung Leder, jedoch im Katalog irrtĂŒmlicherweise auf 1913 statt auf 1919 datiert.[77] 1923 und 1926 befand sich die stehende Variante, die 1925 aus der Sammlung Leder im „Querschnitt“ abgebildet war, als Leihgabe von Goeritz in den Ausstellungen der Berliner Nationalgalerie.[78] Wahrscheinlich handelte es sich bei der Abbildung im „Querschnitt“ um eine Verwechslung.[79]

Am 22. November 1927 wurden auf einer Auktion von F.A.C. Prestel in Frankfurt am Main aus dem „Nachlass eines bekannten Frankfurter Kunstfreundes“ 71 Werke angeboten, die bereits auf der Versteigerung bei Amsler & Ruthardt 1925 zum Verkauf gestanden und sich wahrscheinlich zuvor in der Sammlung Leder befunden hatten.[80] Allerdings wurden bei Prestel keine Werke aus der Helbing-Cassirer Auktion im MĂ€rz 1925 versteigert. Die Einlieferer und Ergebnisse der Prestel-Auktion konnten mangels Annotationen in den ausgewerteten Katalogen nicht verifiziert werden. Zwei Zeichnungen von CĂ©zanne, die auch im Werkverzeichnis als aus der Sammlung Leder stammend bezeichnet werden, haben widersprĂŒchliche Angaben zu ihrer Herkunft.[81] Die Auktionen bei Prestel sind ein Forschungsdesiderat; ein Archiv der Kunsthandlung konnte nicht ermittelt werden.

Die Kunsthandlung Gerstenberger bot die bei ihr befindlichen Kunstwerke aus der Sammlung Leder 1928 auch der Chemnitzer KunsthĂŒtte an und teilte mit, dass deren Preis allein durch David Leder bestimmt werden dĂŒrfe.[82] Das spricht dafĂŒr, dass David Leder die Werke dorthin nur auf Kommission gegeben hatte. Einige der Liebermann-PortrĂ€ts, die im Museum in Chemnitz aufbewahrt wurden, waren offenbar verpfĂ€ndet worden.[83] Gerstenberger offerierte diese Werke verschiedenen Museen. Insgesamt handelte es sich nach der Vermutung von Ulrike Saß um 13 GemĂ€lde von Liebermann und Corinth.[84] In der bereits erwĂ€hnten Liste vom 26. April 1926 sind jedoch zwei Liebermann-GemĂ€lde „Esel am Strand“ und „Alter Mann sitzend“, zwei GemĂ€lde von Corinth jeweils „Walchenseelandschaft“, von Munch „Im Mondschein“ und von Hofer „Die Blinden“ aufgefĂŒhrt.[85] Gerstenberger bot zwei Liebermann-Portraits Lola Leders – „Damenportrait in weißer Robe“[86] und „Dame in GrĂŒn“[87] – im Februar 1926 der GemĂ€ldegalerie Dresden und im MĂ€rz 1927 dem StĂ€dtischen Museum in Elberfeld an. Diese waren möglicherweise zu einem anderen Zeitpunkt an Gerstenberger ĂŒbergeben worden.

ZurĂŒck nach Berlin

Im Januar 1930 lebte die Familie Leder wieder in Berlin und zwar zunĂ€chst in Friedenau.[88] Warum sie sich dazu entschloss, aus Chemnitz wieder wegzuziehen, bleibt unklar. Womöglich hatte David Leder in Berlin hĂ€ufiger geschĂ€ftlich zu tun, so dass das Leben mit der Familie in Berlin praktischer war. David Leder war ab 1930 in Berlin als Vertreter von Textilherstellern tĂ€tig und erhielt von diesen Provisionen.[89] Aufgrund der Angaben in den Wiedergutmachungs- und EntschĂ€digungsverfahren können wir davon ausgehen, dass er geschĂ€ftlich erfolgreich war, wofĂŒr beispielsweise Wertpapiere wie Pfandbriefe, die 1929 emittiert wurden, in seinem Bankdepot ein Beleg sind.

Von Berlin aus bot David Leder dem Chemnitzer Museum vier Kunstwerke vom Liebermann zum Kauf an, worauf das Museum wegen klammer Kassen nicht eingehen konnte.[90] Offenbar war das Museum in Chemnitz eher an einer Walchenseedarstellung von Corinth als an Werken von Liebermann interessiert. Jedenfalls erwÀhnte Schreiber-Weigand eine Walchenseedarstellung in seinem Brief an David Leder.

Im Mai 1930 kam aus dem Chemnitzer Museum die Lithographie „Badende Knaben“[91] von Paul CĂ©zanne zurĂŒck zu David Leder nach Berlin.[92] Druckgraphik war in der Sammlung Leders nicht sehr zahlreich vertreten. Es gibt zudem nur wenige Lithographien CĂ©zannes, denn der KĂŒnstler hatte kein großes Interesse an Druckgraphik und fertigte diese nur auf Bitte seines KunsthĂ€ndlers Ambroise Vollard an.[93] In CĂ©zannes Oeuvre sind insgesamt nur fĂŒnf Radierungen und drei Lithographien[94] vorhanden. Es ist unklar, welche Variante der „Badenden“ sich in der Sammlung Leder befunden hat.

1930 bot David Leder der Nationalgalerie eine BĂŒste von Kroner als Geschenk an, was aber aus Desinteresse an dem KĂŒnstler abgelehnt wurde.[95] Außerdem wollte er dem Chemnitzer Museum Zeichnungen von Otto Th.W. Stein verkaufen und die Zahlung großzĂŒgig stunden.[96] Im Mai 1930 tauschte das Chemnitzer Museum eine Bronze von Archipenko, die es von David Leder erhielt, gegen eine Weissgerber-BĂŒste.[97] Warum sich eine Bronze von Archipenko bei Leder befand, bleibt unklar. Der KĂŒnstler der Weissgerber-BĂŒste und der Verbleib derselben sind unbekannt. Jedoch ist Erich Goeritz fĂŒr seine Sammlung von Archipenko-Bronzen bekannt, die er von dem Genfer Sammler Georg Falk erworben hatte.[98]

Ein Portrait David Leders von Gustav Schaffer blieb unter nicht dokumentierten UmstÀnden im Chemnitzer Museum und ist bis heute dort.[99] Es ist unklar, ob dies das einzige Kunstwerke ist, das dort weiter aufbewahrt wurde.

Die vier Liebermann-Portraits von Lola Leder, die sich bei Gerstenberger befanden, wurden im Januar 1932 von der Kunsthandlung wieder an Schreiber-Weigand ĂŒbergeben und dort auf Bitten David Leders aufbewahrt.[100] Offenbar war die einmal kurz in der Korrespondenz erwĂ€hnte VerpfĂ€ndung aufgehoben. Was mit den anderen in Kommission bei Gerstenberger befindlichen GemĂ€lden geschah, konnte – wie bereits erwĂ€hnt – nicht rekonstruiert werden.[101]

Im MĂ€rz 1932 ĂŒbersandte Erich Goeritz der Badischen Kunsthalle in Karlsruhe seinen Bestand von Arbeiten Corinths als Leihgabe fĂŒr ein Jahr, darunter auch Werke, die zuvor laut Werkverzeichnis in der Sammlung Leder gewesen sein sollen. Dazu wurden die Kunstwerke, die sich noch bei der Berliner Nationalgalerie, bei der Kunsthandlung Thannhauser in MĂŒnchen und in Chemnitz befanden, auf Bitte von Erich Goeritz nach Karlsruhe geschickt.[102] Als vom Basler Kunstverein eine Corinth-Ausstellung organisiert wurde, gelangten diese Werke 1933 von Karlsruhe nach Basel.[103] Von dort kamen einige spĂ€ter nach London an die Tate Gallery.[104]

Die Situation von David und Lola Leder ab 1933

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurden David Leder, seine Frau und ihre Kinder als Juden diskriminiert und verfolgt. Lola Leder nannte zwei Hausdurchsuchungen durch die Gestapo aufgrund von Denunziationen und die Diskriminierung der Kinder in der Schule als GrĂŒnde fĂŒr den Umzug der Familie, die 1933 von Friedenau nach Charlottenburg in die Carmerstraße zog.[105]

Lola Leder in der Carmerstrasse, Berlin. Privat.
Lola Leder in der Carmerstrasse, Berlin. Privat.

1933 waren fast 20 Prozent aller deutschen Rohstoffimporte fĂŒr die Textilindustrie bestimmt. Außerdem waren bereits ab 1931 Devisen fĂŒr den Einkauf notwendig. Ab 1933 versuchten die Nationalsozialisten, diese Devisen „einzusparen“. Dies sollte auch durch die Entwicklung synthetischer Rohstoffe geschehen, aber vor allem durch die Überwachungsstellen, die ab 1934 geschaffen wurden, um auch in der Textilindustrie die Rohstoffe zu verteilen und deren Preise zu bestimmen.[106] In der Praxis wurden Einkaufverbote fĂŒr Baumwolle verhĂ€ngt. Bei der Rohstoffzuteilung wurden Unternehmen, die von den Nationalsozialisten als jĂŒdisch definiert wurden, benachteiligt.

Der Boykott gegen jĂŒdische GeschĂ€fte wurde am 1. April 1933 organisiert. Inwiefern David Leder einen „Boykottschaden“ erlitt, ist nicht verifizierbar. Vermutlich erfolgte dies mittelbar, weil seine Kunden und deren Abnehmer davon betroffen waren. Im Mai 1933 wurde die Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie (ADEFA) gegrĂŒndet, die weitere Boykotte gegen jĂŒdische Unternehmen organisierte und auf Negativlisten „nicht-arische“ Firmen auffĂŒhrte, von denen auf keinen Fall Rohware bezogen werden sollte.[107]

In einer Auskunft gegenĂŒber dem Berliner EntschĂ€digungsamt schrieb Lola Leder zur Situation nach der „Machtergreifung“: „Ich selbst sah damals die Lage der Juden in Deutschland bereits als hoffnungslos an und rechnete mit weiterer VerschĂ€rfung. Dies fĂŒhrte mich gegen den Wunsch meines Mannes zu dem schweren und aufregenden Entschluss, mich von zweien meiner Kinder zu trennen und sie im Februar 1934 im Rahmen einer Jugendgruppe nach PalĂ€stina zu senden. Mein Ă€ltester Sohn folgte ein Jahr spĂ€ter. Entgegen meiner eigenen Ansicht konnte sich mein Mann nicht dazu entschließen, rechtzeitig auszuwandern. Er hoffte auf eine Änderung des Kurses und wurde darin durch die anfĂ€ngliche Einstellung des damals noch von Schacht geleiteten Reichswirtschaftsministeriums gestĂ€rkt.“[108] Hjalmar Schacht hatte das Amt des Reichwirtschaftsministers 1934 ĂŒbernommen. Bereits 1935 gab es die ersten Überlegungen zur staatlich kontrollierten „Arisierung“ jĂŒdischer Textilunternehmen, also auch der GeschĂ€ftspartner von David Leder.

1936 erzielte David Leder mit seiner Firma Provisionseinnahmen von 41.192 Reichsmark.[109] Er war von den AuftrĂ€gen der Textilhersteller abhĂ€ngig: Soweit deren EigentĂŒmer von den Nationalsozialisten als Juden definiert wurden, hatten sie unter UmsatzrĂŒckgĂ€ngen durch die immer stĂ€rker werdende Diskriminierung und Verfolgung zu leiden. Die Chemnitzer Strumpffabrik Siegfried Peretz, in der auch David Leders Cousin Carl Leder als Direktor und spĂ€ter als Vorstandsmitglied tĂ€tig war, wurde „arisiert“ und Carl 1937 gekĂŒndigt.[110]

David Leder war fĂŒr Handschuhhersteller wie Herrmann Dittrich in Oberfrohna, I. Paretzkin in Mittelbach und die UNITAS Strumpffabriken Mirsky & Weinreich und der „Strumpffabrik Flieg“, so die Angabe von Lola Leder, in Chemnitz tĂ€tig.[111] Die UNITAS wurde 1938/1939 „arisiert“.[112] Die Strumpffabrik Flieg – eigentlich B. Eisenberg & Sohn AG – war 1922 von Daniel Flieg gegrĂŒndet worden.[113] Sie wurde 1938 „arisiert“.[114] Auch das Unternehmen von Erich Goeritz wurde ab 1937 „arisiert“.[115] 1938 vertrat David Leder insgesamt 28 Firmen. Er beschĂ€ftigte vier Untervertreter und eine Angestellte.[116]

Die Sammlung ab 1933

1933/1934 liehen Lola und David Leder dem seit 1927 im Aufbau befindlichen Berliner JĂŒdischen Museum vier Portraits (wahrscheinlich von Lola Leder und ihrem Mann) von Max Liebermann.[117] Dort war Karl Schwarz bis zu seiner Auswanderung im Sommer 1933 nach PalĂ€stina der erste Direktor. Seine Nachfolgerin wurde seine Assistentin Erna Stein-Blumenthal, die Mitte 1935 von Franz Landsberger, der aus Breslau nach Berlin kam, abgelöst wurde.

Als Karl Schwarz seinen Posten als Leiter des Dizengoff-Museums in Tel Aviv im Juni 1933 antrat, war dort im Prinzip keine Sammlung vorhanden.[118] Er beschloss, zusammen mit dem Tel Aviver BĂŒrgermeister Meir Dizengoff, der das Museum finanzierte, moderne zeitgenössische Kunst auszustellen und auch zu sammeln. Er hoffte, u.a. den kĂŒnstlerischen Nachlass von Max Liebermann zu erhalten, was nicht gelang. In der Korrespondenz zwischen Karl Schwarz und David und Lola Leder wird deutlich, wie wichtig die Kunstwerke in den Sammlungen Leder, Goeritz und anderer fĂŒr das neue Museum in Tel Aviv wĂ€ren.[119] So schrieb Karl Schwarz am 28. Februar 1935 an Lola Leder: „Ich belĂ€stige Sie immer wieder, aber Sie werden es verstehen und verzeihen, denn ich habe niemanden in Berlin, der unsere Sache vertritt. Sie werden sich durch Ihre Hilfe ein grosses Verdienst erwerben“.[120]

David und Lola Leder wollten zunĂ€chst keine Kunstwerke nach PalĂ€stina schicken, entschieden sich jedoch Mitte 1935 um und sandten die beiden Weissgerber-Portraits von Liebermann[121] und Slevogt[122] nach Tel Aviv. SpĂ€ter folgten weitere GemĂ€lde, Graphiken und kunsthistorische BĂŒcher.[123] Es handelte sich dabei um Leihgaben, was angesichts der Situation in Deutschland das Pragmatischste war: FĂŒr Leihgaben wurden die Genehmigungen zur Ausfuhr der Objekte leichter erteilt.

Auch Erich Goeritz schickte etwa zur gleichen Zeit Objekte seiner Kunstsammlung nach Tel Aviv. Die Kunstwerke von Lovis Corinth, die seit 1932 in Karlsruhe waren, gingen 1933 nach Basel, wo einige 1936 auf einer Corinth-Ausstellung in der Kunsthalle zu sehen waren.[124] Danach wurden sie nach Luxemburg transportiert, wohin Erich Goeritz unterdessen emigriert war.[125] Von dort ließ Erich Goeritz sie nach London bringen, allerdings blieb das Querformat mit dem Portrait Weißgerbers in Luxemburg zurĂŒck und wurde dort, nachdem die Deutschen Luxemburg besetzt hatten, 1941 als Eigentum der Staatlichen Bautenverwaltung inventarisiert.

Lovis Corinth, PortrĂ€t Andreas Weissgerber (Halbfigur, sitzend), Öl auf Leinwand, 1919. Museum fĂŒr Bildende Kunst, Luxemburg.
Lovis Corinth, PortrĂ€t Andreas Weissgerber (Halbfigur, sitzend), Öl auf Leinwand, 1919. Museum fĂŒr Bildende Kunst, Luxemburg.

1936 organisierte das JĂŒdische Museum in Berlin eine GedĂ€chtnisausstellung fĂŒr den unterdessen verstorbenen Max Liebermann, auf der auch ein Portrait Lola Leders[126] gezeigt wurde.[127] Dieses GemĂ€lde ging 1937 dann zu einer Liebermann-Ausstellung der Neuen Galerie in Wien und anschließend nach Bern.[128] Den Versand aus Berlin organisierte Erich Hancke als Chef des Bruno Cassirer Verlags.[129] Ein umfangreiches Konvolut von Liebermann-Arbeiten stammte aus dem Nachlass des KĂŒnstlers und wurde von der Amsterdamer Dependance der Kunsthandlung Paul Cassirer verwaltet und verschickt.[130]

Auswanderung

Wir wissen sehr wenig ĂŒber das Leben von David Leder und seiner Frau in dieser Zeit in Berlin. Die Sorge um die Kinder in PalĂ€stina, vor allem um die Tochter Ruth, belastete die Eltern sehr. Ruth und Alfred waren am 19. Februar 1934 in der ersten Gruppe der Jugend-Alija mit etwa 40 Jugendlichen aus Berlin ĂŒber Triest in Haifa angekommen, von wo sie in den Kibbuz Ein Charod fuhren. FĂŒr Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, die von den britischen Mandatsbehörden als Arbeiter betrachtet wurden, konnte man Einreisevisa leichter bekommen.[131] Der Aufenthalt und die zwei Jahre dauernde Ausbildung wurde ĂŒberwiegend von den Eltern der Jugendlichen finanziert. Sowohl Alfred Leder als auch Ruth erkrankten schwer.[132] Der Ă€lteste Sohn Rudolf war 1936 mit seiner Frau Juliette ĂŒber PalĂ€stina, Frankreich und England, wo er keine Aufenthaltsbewilligung erhielt[133], wieder nach Paris geflohen. Dort kam im Mai 1938 auch die erste Enkeltochter von Lola und David Leder zur Welt.

Alfred und Rudolf Leder in Jaffa, PalÀstina, 1936. Privat.
Alfred und Rudolf Leder in Jaffa, PalÀstina, 1936. Privat.

David Leders Schwester Leonora, die den Arzt Hermann Sluszewer geheiratet hatte, war mit Mann und Sohn 1934 nach PalÀstina emigriert. Dorthin folgte 1938 auch CÀcilie Leder, die zuvor bei ihrer Àltesten Tochter Rosa in Bukarest gelebt hatte.[134]

Lola Leders Mutter Esther Bernstein starb im MĂ€rz 1938 in Berlin. Ihre BrĂŒder Benno (Barnett) und Henry Bernstein, die beide die englische StaatsbĂŒrgerschaft hatten, lebten in England. Erich und Senta Goeritz waren ebenfalls in England und hatten sich in London niedergelassen.

David Leder, 1938. Privat.
David Leder, 1938. Privat.

Im Zuge der Pogrome im November 1938 wurde David Leder verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin gebracht. Es ist unklar, wann genau seine Inhaftierung erfolgte, da es fĂŒr diesen Zeitraum keine Quellen gibt. Mit seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager nach mehreren Wochen war die Ausweisung aus dem Deutschen Reich verbunden, die bis zum 4. Juli 1939 erfolgen musste.[135] In der Familie wird heute davon berichtet, dass David Leder mit einem Corinth-GemĂ€lde aus Sachsenhausen herausgekauft wurde. Die noch in der Charlottenburger Wohnung befindlichen Kunstwerke, BĂŒcher, Hausrat und Möbel wurden in zwei Lifts verpackt und fĂŒr den Versand nach London bereitgestellt. FĂŒr das Umzugsgut musste die „Dego-Abgabe“ von insgesamt 2.900 Reichsmark bezahlt werden, hinzu kam noch die Judenvermögensabgabe ĂŒber 10.500 Reichsmark und Reichsfluchtsteuer.[136] Am 5. Juli 1939 genehmigte die Devisenstelle des OberfinanzprĂ€sidenten Berlin-Brandenburg den Antrag auf Mitnahme von Umzugsgut. Das Umzugsgut wurde von der Spedition Brasch & Rothenstein eingelagert, die bereits 1936 von der Spedition Harry W. Hamacher „arisiert“ worden war.[137]

David und Lola Leder fuhren im Juli 1939 nach Köln und von dort nach Basel, anschließend nach Paris, wo sie ein einjĂ€hriges Aufenthaltsvisum fĂŒr Großbritannien erhielten.[138] Die bei der Commerzbank befindlichen Konten und Depots wurden aufgelöst, nachdem davon die Judenvermögensabgabe bezahlt worden war. Da im Archiv der Commerzbank keinerlei Akten zu David Leder ĂŒberliefert sind, sind die Angaben in den EntschĂ€digungs- und RĂŒckerstattungsverfahren, die den Stand 1938 und 1939 widerspiegeln, die einzigen Informationen dazu.[139] Von dem laufenden Konto bei der Commerzbank, Depositenkasse S, wurden am 28. November 1939 767 Reichsmark an das Finanzamt Charlottenburg-Ost ĂŒberwiesen, deren Anlass und Zweck nicht verifizierbar sind.[140]

Zum Zeitpunkt der Emigration von David und Lola Leder befanden sich Kunstwerke aus ihrer Sammlung und die Bibliothek an unterschiedlichen Orten: in Chemnitz war mindestens das Portrait David Leders von Gustav Schaffer geblieben, im Tel Aviv-Museum befanden sich BĂŒcher, GemĂ€lde und Graphiken, zwei Liebermann-Portraits von Lola Leder im JĂŒdischen Museum Berlin, 20 Bilder und Graphiken sowie BĂŒcher gehörten zum Umzugsgut bei der Spedition Brasch & Rothenstein, spĂ€ter Hamacher.

Im Folgenden versuchen wir zu rekonstruieren, was mit dem eingelagerten Umzugsgut der Leders geschah.

Exkurs Forschungsstand zu Umzugsgut ab 1933

Kunstwerke, die ab 1933 in Umzugsgut verpackt waren und von der Gestapo, den FinanzĂ€mtern oder den OberfinanzprĂ€sidenten beschlagnahmt wurden, sind erst seit einigen Jahren Gegenstand der Forschung. Insbesondere die beiden Projekte in Bremen und Hamburg, aber auch Forschungen in Österreich und zum Hafen Triest haben hier Grundlagenforschung betrieben. Auch lokale Studien zu „Arisierungen“ und Konfiskationen erwĂ€hnen die Beschlagnahme von Liftvans. Gut untersucht sind die Konfiskationen und die Versteigerung Österreich durch die VUGESTA bzw. das Dorotheum.[141]

Die Mitnahme von mobilen Vermögenswerten bei der Auswanderung war bereits seit 1931 durch die Devisenbestimmungen reglementiert. Mit der „MachtĂŒbernahme“ der Nationalsozialisten wurden die Regeln weiter verschĂ€rft und ab 1938 fĂŒr – nach NS-Kriterien jĂŒdische – Emigranten durch die Zahlung einer Abgabe an die Deutsche Golddiskontbank, die „Dego-Abgabe“, quasi besteuert. Voraussetzung fĂŒr die Berechnung dieser Abgabe waren Aufstellungen ĂŒber das Umzugsgut, die bei der jeweiligen Devisenstelle einzureichen waren. FĂŒr die nach 1933 erworbenen GegenstĂ€nde wurde die Abgabe in Höhe des Anschaffungswerts berechnet.

Schon weit vor Kriegsbeginn beschlagahmten Finanzbehörden und Gestapo bei Speditionen auch das Umzugsgut von Personen, die emigriert waren und nach der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ ausgebĂŒrgert werden sollten, was automatisch den „Verfall“ ihres Vermögens implizierte.[142]

Mit dem „Anschluss“ Österreichs 1938 und der Besetzung weiterer europĂ€ischer LĂ€nder entstanden weitere Konfiskationsmechanismen zugunsten unterschiedlicher Institutionen und des „Reiches“. Am 29. Mai 1941 wurde der „Erlass des FĂŒhrers und Reichskanzlers ĂŒber die Verwertung eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden“ veröffentlicht.[143]

FĂŒr die Beschlagnahme des Umzugsguts spielten auch die Anmeldeverordnungen fĂŒr feindliches Vermögen ab 1940 eine wichtige Rolle.[144] So meldeten Speditionen die bei ihnen befindlichen Guthaben fĂŒr Lagergeld bei der Außenstelle Feindliches Vermögen beim OberfinanzprĂ€sidenten Berlin-Brandenburg an. Die Anmeldebögen sind fast vollstĂ€ndig im Bundesarchiv Berlin ĂŒberliefert. FĂŒr David und Lola Leder ist dieser Anmeldebogen jedoch nicht vorhanden.[145] Wir haben auch die entsprechenden Akten mit der Korrespondenz durchgesehen, aber keinen Hinweis auf das Umzugsgut der Familie gefunden.[146]

Das Umzugsgut von David und Lola Leder

Im Wiedergutmachungsverfahren, das Lola Leder 1951 in Berlin zum Umzugsgut anstrengte, machte der ehemalige Prokurist der Spedition, ein Rechtsanwalt Hoppmann, einige Angaben zum Umzugsgut, das von Berlin aus verschickt werden sollte: So hĂ€tten sich schon im FrĂŒhjahr und Sommer 1939 Weiterleitungsschwierigkeiten zu den HĂ€fen aufgrund der strenger werdenden Devisenvorschriften ergeben, da die Seefrachten nicht mehr aus dem Reichsmarkguthaben der Emigranten beglichen werden konnten.[147]

Da die Leders nach England ausgewandert waren und dort ihren dauernden Aufenthalt hatten, galt ihr Vermögen nach Ausbruch des Krieges in Deutschland ab Januar 1940 als „feindliches Vermögen“.[148] Am 16. Juli 1940 verbot ein Erlass des Reichswirtschaftsministers, Umzugsgut ins „feindliche Ausland“ mitzunehmen.[149]

Am 14. Januar 1942 wurde das Umzugsgut der Leders durch die Gestapo im Auftrag der Vermögensverwertungsstelle des OberfinanzprĂ€sidenten Berlin-Brandenburg als Vermögen gemĂ€ĂŸ der 11. Verordnung zum ReichsbĂŒrgergesetz beschlagnahmt.[150] Die dazu gehörige Akte ist nicht ĂŒberliefert. Vorhanden ist nur eine Karteikarte und ein „Vermögensverzeichnis“, beides zu Lola, aber nicht zu David Leder.[151] Erst am 23. MĂ€rz 1944 lieferte die Spedition Hamacher die beiden Lifts an ein Depot der Vermögensverwertungsstelle des OberfinanzprĂ€sidenten im Thielschufer 10/16.[152] Der Inhalt der Lifts wurde von Lola Leder spĂ€ter aus der Erinnerung beschrieben, die Kunstwerke sind summarisch mit einer chinesischen Keramik aus dem 16. Jahrhundert, 20 GemĂ€lden und Zeichnungen in Rahmen, sechs Mappen Zeichnungen mit ca. 500 Zeichnungen, 25 Drucken in Mappen und BĂŒcher aufgefĂŒhrt. Ansonsten befand sich der komplette Haushalt mit Mobiliar, Teppichen, AntiquitĂ€ten etc. darin.[153]

Aus dem „Vermögensverzeichnis“ des OberfinanzprĂ€sidenten, das eigentlich eher eine BuchungsĂŒbersicht ĂŒber Einnahmen und AbgĂ€nge der Finanzkasse ist, geht hervor, dass erst zwei Jahre nach Beschlagnahme – beginnend im April 1944 – Verkaufserlöse beim OberfinanzprĂ€sidenten eingingen und die Lagerkosten und die RechnungsprĂŒfung der Reichsverkehrsgruppe im Februar 1945 bezahlt wurden.[154] Die Verkaufserlöse betrugen insgesamt 983 Reichsmark, fĂŒr zwei Lifts eine sehr geringe Summe. Die EingĂ€nge von direkten Verkaufserlösen des OberfinanzprĂ€sidenten wurden nachgetragen. Der erste dieser EintrĂ€ge datiert vom 18. April 1944 ĂŒber 20 Reichsmark mit Kassenzeichen E 5/60.

Die Unterlagen der Spedition waren nach 1950 – ironischerweise wegen eines Umzugs – nicht mehr vorhanden, allerdings hatte die Spedition Lola Leder noch 1947 mitgeteilt, wann und wohin sie das Umzugsgut gebracht hatte. Warum die Spedition 1950 Unterlagen wegwerfen durfte, die nach den heutigen und damaligen Steuerfristen noch aufbewahrungspflichtig waren, bleibt unklar. Die Aufbewahrungspflicht betrĂ€gt 10 Jahre. Wenn Hamacher noch 1945 Lagerungskosten bezahlt bekam, hĂ€tten die Belege dazu bis 1955 fĂŒr das Finanzamt aufbewahrt werden mĂŒssen. Diese Frage wurde in dem Wiedergutmachungsverfahren nicht gestellt, und dementsprechend wurde ihr auch nicht nachgegangen.

Wir haben andere Verfahren auf Wiedergutmachung von Umzugsgut, das bei Hamacher aufbewahrt wurde, recherchiert, um aus diesen Wiedergutmachungsakten weitere Informationen ĂŒber den damaligen Ablauf von Beschlagnahmungen bei dieser Spedition zu erlangen. Die Spedition Hamacher berief sich auch in diesen weiteren Verfahren auf fehlende Unterlagen, die durch BombenschĂ€den 1943 zerstört worden wĂ€ren.[155] Hamacher fĂŒhrte auch an, dass Dokumente durch die BesatzungsmĂ€chte nach Kriegsende 1945, wahrscheinlich der Sowjetunion, mitgenommen worden wĂ€ren. Bei den recherchierten „FĂ€llen“ von beschlagnahmten Umzugsgut in Berlin wurden die Lifts allerdings bereits 1942 beschlagnahmt und anschließend zĂŒgiger versteigert, als das Umzugsgut der Leders.

Der TreuhĂ€nder der Amerikanischen, Britischen und Französischen MilitĂ€rregierung fĂŒr zwangsĂŒbertragene Vermögen, bei dem die WiedergutmachungsansprĂŒche in Berlin angemeldet werden mussten, hatte fĂ€lschlicherweise mitgeteilt, dass die Lifts der Leders durch einen Bombenangriff zerstört wurden. Lola Leder stellte bei einem Besuch am Thielschufer fest, dass nur am 8. Januar 1944 eine Bombe auf dieses GrundstĂŒck gefallen war, fast drei Monate bevor ihr Umzugsgut dort ĂŒberhaupt hin gelangte.[156]

Warum brauchte die Vermögensverwertungsstelle des OberfinanzprĂ€sidenten Berlin-Brandenburg zwei Jahre bis zur offensichtlichen „Verwertung“ der beiden Lifts? Da keine Akte, sondern nur das „Vermögensverzeichnis“ ĂŒberliefert ist, kann darĂŒber nur gemutmaßt werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es eine Vorauswahl von „wertvollem Kulturgut“ gegeben hat, das dem Umzugsgut entnommen und an AuktionshĂ€user wie Hans W. Lange zur Versteigerung zugunsten des OberfinanzprĂ€sidenten ĂŒbergeben wurde. Die restlichen GegenstĂ€nde versteigerte die Vermögensverwertungsstelle dann anderweitig. Eine kursorische PrĂŒfung von Versteigerungen in Berlin ab 1942 bis 1944 ergab keine Hinweise auf Kunstwerke aus der Sammlung der Leders. Wie die Versteigerung dieser „restlichen StĂŒcke“ aussehen konnte, zeigt das Beispiel des Verlegers Bruno Cassirer, dessen Umzugsgut ebenfalls 1942 bereits beschlagnahmt war, aber erst 1944 versteigert wurde. Unter den versteigerten Sachen waren mehrere GemĂ€lde von Lovis Corinth.[157] GemĂ€lde von Corinth galten offenbar nicht als „wertvolles Kulturgut“.

In dem „Vermögensverzeichnis“ des OberfinanzprĂ€sidenten zu Lola Leder sind die verĂ€ußerten GegenstĂ€nde nicht aufgefĂŒhrt. Genannt werden die Erwerber und die VerkaufsertrĂ€ge, sowie der Zweck: „Verkaufserlös“. Die „Erwerber“ hießen: „G. Sonatria, Charlottenburg, H. Holtzapfel in Lankwitz, Richard Hille, Bismarckstraße 80“.[158] Sie konnten weder in der nur lĂŒckenhaft ĂŒberlieferten Berliner Einwohnermeldekartei, noch in den Berliner AdressbĂŒchern eindeutig identifiziert werden. Eventuell ist Richard Hille mit einem Kaufmann identisch, dem 1932 die Fahrerlaubnis entzogen werden sollte.[159] Richard Hille bezahlte immerhin 455 Reichsmark fĂŒr einen Teil des Umzugsguts.[160] Ein Herbert Holzapfel könnte als Erwerber in Frage kommen; er wohnte in Steglitz und arbeitete bei der Polizei.[161]

Die Lagerung der beiden Lifts der Leders und anderer verfolgter, ausgebĂŒrgerter Emigranten am damaligen Thielschufer, heute Fraenkelufer, fand auf dem GelĂ€nde und wahrscheinlich in der Jugendsynagoge, einem NebengebĂ€ude der großen, vom Architekten Alexander Beer erbauten Synagoge, das nach den Zerstörungen 1938 noch benutzbar war, statt. Auf diesem GelĂ€nde hatte sich neben dem OberfinanzprĂ€sidenten ein Filmrequisitenausstatter namens Rudolf Sobczyk einquartiert, dessen ursprĂŒnglicher Betriebsort in der Chausseestraße am 23./24. November 1943 durch Bomben beschĂ€digt wurde.[162] Deshalb zog er angeblich an das Thielschufer. Der Lift von David und Lola Leder kam also quasi gleichzeitig mit den Requisiten dort an. Nach anderen Angaben waren bereits im Mai 1943 GegenstĂ€nde von Rudolf Sobczyk dort gelagert.[163] Rudolf Sobczyk hat nachweislich aus dem Umzugsgut anderer Emigranten GegenstĂ€nde ersteigert.[164] 1948 waren noch einige Sachen von Sobczyk bei der Mosaik-Film GmbH in Berlin-Lankwitz vorhanden; andere wurden angeblich von sowjetischen Einheiten aus der Synagoge abtransportiert.[165] Diese Mosaik-Film GmbH war von einem Überlebenden namens Ernst Wolff gegrĂŒndet worden, der vor allem amerikanische Filme synchronisierte.[166] In dem nach Kriegsende in Berlin-Lankwitz deponierten Material befanden sich auch zahlreiche BĂŒcher von Deportierten, die momentan in einem Forschungsprojekt untersucht werden.[167] Womöglich gelangten auch GegenstĂ€nde aus den Liften der Leders so in den Besitz von Rudolf Sobczyk.

Leben in der Emigration

David und Lola Leder hatten 1939 zunĂ€chst keine Arbeitserlaubnis in Großbritannien und waren auf die UnterstĂŒtzung von Freunden angewiesen.[168] Sie wohnten in London bei Lola Leders Bruder, Benno Bernstein (Barnett Burns).[169] Sie wurden nach Kriegsbeginn von den Briten nicht interniert, weil sie keine deutschen StaatsbĂŒrger, sondern staatenlos gewesen waren. 1940 machte David Leder eine Ausbildung zum Metalldreher, jedoch verlor er bei einem Arbeitsunfall einen Finger und konnte deshalb nicht weiterarbeiten.

Die Tochter Ruth Leder hatte 1935 den Kibbuz verlassen.[170] Sie wurde krank und Lola Leder brachte sie 1937 nach Italien, damit sie dort die Schule besuchen konnte. Ihren Schulaufenthalt in der „Casa Vita Nuova / Casa Ebraica di Educazione“[171] am Gardasee musste sie aufgrund der antijĂŒdischen Gesetze 1938 beenden und ging nach PalĂ€stina zurĂŒck, wo sie eine Arbeit in der Kinderpflege in Tel Aviv annahm.[172]

Dem jĂŒngeren Sohn Alfred gelang die Einreise nach Großbritannien. Er meldete sich zur britischen Luftwaffe und stĂŒrzte mit seinem Flugzeug bei einem Übungsflug am 7. Januar 1943 in Kanada ab. Er ĂŒberlebte den Absturz nicht.[173]

Nach dem Überfall der Deutschen auf Frankreich wurde Rudolf Leder im Mai 1940 mobilisiert und in ein MilitĂ€rlager nach SĂŒdfrankreich gebracht, wohin ihm seine Frau mit dem Kind folgte.[174] Dort war Rudolf Leder in einer Arbeitskompagnie in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Seine Frau Juliette starb 1941 an einer Operation; die kleine Tochter AndrĂ©e ThĂ©rĂšse wurde in einem Kinderheim der Hilfsorganisation Oeuvre de Secours aux Enfants (OSE) untergebracht. FĂŒr sie erhielt Rudolf Leder 1942 eine Einreisebewilligung nach England, aber Frankreich gewĂ€hrte kein Ausreisevisum.[175]

Rudolf Leder floh vor der drohenden Deportation mit seiner Tochter am 17. April 1943 aus Frankreich in die Schweiz, wo er von der Polizei verhaftet und in einem Arbeitslager fĂŒr Emigranten interniert wurde.[176] AndrĂ©e ThĂ©rĂšse wurde in ein Kinderheim in Ascona gebracht. Mehrmals bat Rudolf Leder die Schweizer Behörden darum, ihn dort in der NĂ€he zu internieren, damit er sein Kind besuchen könne, was genehmigt wurde. 1944 kam er in das Schulungslager Wallisellen, wo er eine FlĂŒchtlingszeitschrift redaktionell betreute. Seine Tochter lebte seit Juni 1943 bei Rudolf Lehner und seiner Frau Lili in ZĂŒrich. Im MĂ€rz 1945 traf eine Zahlung von David Leder aus London ein, die Rudolf Leder an die Pflegefamilie seiner Tochter auszahlen ließ.[177] Im Juni 1945 wurde Rudolf Leder erlaubt, ebenfalls zu den Lehners zu ziehen, es handelte sich damit um eine „Privatinternierung“. „Von April bis Juni 1945 trafen noch die gewohnten Zahlungen der zehn englischen Pfund aus London bei Familie Lehner ein, per Juli 1945 dann nur noch fĂŒnf Pfund.“[178] Die reduzierte Zahlung hing wahrscheinlich mit dem Unfall seines Vaters zusammen.

1945 erschien im ZĂŒricher Morgarten-Verlag der erste Lyrikband Rudolf Leders unter dem Pseudonym Stephan Hermlin: „Zwölf Balladen von den Grossen StĂ€dten“; die Schweizer Behörden hatten die Nutzung des Pseudonyms nach einigem Hin und Her erlaubt. Im September oder November 1945 ging er nach Frankfurt am Main.

Zeichnungen aus der Sammlung Leder im Nachlass Gurlitt

2012 waren in einer Wohnung in MĂŒnchen zahlreiche Kunstwerke aus dem Nachlass des KunsthĂ€ndlers Hildebrand Gurlitt gefunden worden. Vier davon konnten unterdessen als aus der Sammlung David Leders stammend identifiziert werden, weil sie 1925 bei der Helbing-Cassirer-Auktion aus der Sammlung angeboten worden waren.[179] Sie blieben dort unverkauft. Sie waren wahrscheinlich ab 1940 durch Hildebrand Gurlitt von Gertrud Heinrich erworben worden. Jedenfalls sind sie auf einer undatierten Liste von Zeichnungen mit Versicherungswerten vermerkt, die in einer Mappe mit dem Titel „Graphik-Sammlung Heinrich Berlin“ in Salzburg gefunden wurde.[180] Leider ist der Überlieferungszusammenhang unklar. Gertrud Heinrich hat nachweislich 1940 zwei Zeichnungen Liebermanns an Hildebrand Gurlitt verkauft.[181] Gertrud Heinrich[182] war die Schwester[183] des KunsthĂ€ndlers und Autors Walther E. Heinrich-Unus[184], der 1939 in Rom verstarb und Zeichnungen von Carl Blechen sammelte.

Ab 1924 war Walther Heinrich beim Auktionshaus Rudolf Lepke in Berlin tÀtig, was eine Vielzahl von Optionen bot, wie er an die Liebermann-Zeichnungen gekommen sein kann. Allerdings waren nach den beiden Auktionen 1925 drei von den vier Zeichnungen aus der Sammlung Leder auch 1927 bei Prestel in Frankfurt angeboten worden.[185] Nur ein kleines Blatt, was offenbar aus einem Skizzenbuch stammt, konnte nicht in der Prestel-Auktion nachgewiesen werden.[186] Ob diese vier Liebermann-Zeichnungen im Umzugsgut von David und Lola Leder gewesen sein könnten, bleibt unklar.

Der Verbleib der Kunstwerke nach 1945

In den KellerrĂ€umen der Berliner Kammer der Kunstschaffenden in der Charlottenburger SchlĂŒterstraße 45 fand man einen Teil der GemĂ€ldesammlung des JĂŒdischen Museums.[187] Darunter waren auch die zwei Portraits Lola Leders von Max Liebermann, die von den Leders an das Museum gegeben worden waren.

David Leder fand erst 1946 eine bessere Anstellung, wurde jedoch schwer krank und verstarb am 1. MÀrz 1947 in London.[188] Kurze Zeit spÀter versuchte Lola Leder bei der Spedition Hamacher herauszufinden, wo das Umzugsgut abgeblieben war.[189]

Am 26. August 1947 schrieb sie an das Museum in Tel Aviv und teilte mit, dass sie durch „unfortunate circumstances“ gezwungen sei, die BĂŒcher und GemĂ€lde, die als Leihgaben im Museum waren, zu verkaufen. Sie gab dem Museum „first refusal“ und erwartete ein Angebot.[190] Karl Schwarz war dort nicht mehr Direktor. Sie erhielt zunĂ€chst keine Antwort, weil der neue Direktor offenbar noch nicht richtig eingearbeitet war. Im November teilte Lola Leder dem Museum mit, dass alle Leihgaben komplett an eine Spedition in ZĂŒrich ĂŒbergeben werden sollten. Der neue Direktor, der Kunst- und vor allem Theaterkritiker, Haim Gamzu, antwortete nun zĂŒgig, machte allerdings kein Kaufangebot, sondern bat Lola Leder um die Schenkung der BĂŒcher, da diese sehr hĂ€ufig benutzt wĂŒrden. Lola Leder verwies in ihrer Antwort auf ihre Lage als Witwe, lehnte das Schenkungsersuchen ab und bat um zĂŒgige Übergabe. Dies geschah jedoch nicht. Das Tel Aviv Museum zog die Übersendung in die LĂ€nge und schlug vor, einige BĂŒcher von Lola Leder anzukaufen.

Die Verzögerungen durch das Museum betrafen nicht nur die Objekte aus der Sammlung Leder. Auch Erich Goeritz hatte sich beim Museumsdirektor nach seiner Sammlung erkundigt und wurde hingehalten.[191]

Im Februar 1948 schickte Lola Leder ihre Tochter Ruth ins Museum, um dort zwei Portraits von Liebermann[192][193] abzuholen und teilte mit, dass das unterdessen eingetroffene Kaufangebot fĂŒr die BĂŒcher zu spĂ€t gekommen sei.

Im MĂ€rz 1948 gestattete Ruth Frenkel – sie hatte unterdessen geheiratet – dem Museum, die Liebermann-Portraits ihrer Eltern[194][195] als Leihgabe aufzubewahren. Auch im September 1948 waren weder die BĂŒcher noch die Kunstwerke aus Tel Aviv in ZĂŒrich angekommen. Der Grund fĂŒr die Verzögerung zeigt sich auf den Listen der Sammlung Leder: Auf ihnen verzeichneten die Museumsmitarbeiter die gefundenen Kunstwerke und BĂŒcher, aber auch die, die sie nicht mehr finden konnten. Offenbar waren die Leihgaben wie Eigentum in die Bibliothek und die Sammlung des Museums inkorporiert worden.

Erst im Juli 1949 kamen sieben Kisten in ZĂŒrich beim Rechtsanwalt von Lola Leder, Dr. Hugo Wyler, an.[196] Sofort stellte Wyler fest, dass StĂŒcke fehlten. Unterdessen hatte Direktor Gamzu seinen Posten im Museum im Juni 1949 wieder verlassen. Bei einer weiteren ÜberprĂŒfung des Kisteninhalts stellte Lola Leder fest, dass einige ihrer BĂŒcher gegen minderwertige Ausgaben vertauscht worden waren und zudem acht Zeichnungen von Jakob Steinhardt, ein Aquarell von Willi Nowak, ein Druck von Moise Kisling und 16 Lithografien von Henri de Toulouse-Lautrec fehlten. BĂŒcher, die Lola Leder nicht explizit genannt hatte, wurden vom Museum zurĂŒckgehalten, obwohl klar war, dass sie Lola Leder gehörten.

Offenbar waren aber alle GemĂ€lde aus Tel Aviv nach ZĂŒrich geschickt worden.

Im Dezember 1949 bot Rechtsanwalt Wyler dem Museum an, die beiden Lithographien von Liebermann, drei Daumier-Graphiken und einige BĂŒcher zu kaufen. Er mahnte erneut die RĂŒckgabe der Graphiken von Steinhardt, Kisling und Toulouse-Lautrec und des Aquarells von Willi Nowak an.[197] Das Museum hatte nur Interesse an den BĂŒchern und bot dafĂŒr 20 Schekel an, teilte aber nicht mit, ob die Graphiken etc. noch vorhanden waren. Wyler nahm das Angebot fĂŒr die BĂŒcher an. Diese wurden dann an das Museum verkauft.

Die beiden Graphiken von Liebermann und die drei Lithografien von Daumier sollte das Museum Lola Leders Tochter Ruth aushÀndigen, was wohl auch geschah.[198]

Im August 1949 ĂŒbergab Lola Leder dem Kunsthaus ZĂŒrich als Depot Graphiken, die ihr aus Tel Aviv ĂŒbersandt worden waren.[199] Gleichzeitig brachte sie persönlich fĂŒr ihre SchwĂ€gerin, die Schwester ihres Mannes, Leonora Sluszewer, weitere Graphiken in das Kunsthaus. Außerdem verkaufte Lola Leder 1949 dem Kunsthaus ZĂŒrich ein Buch mit 48 Lithografien von Heinrich Zille mit dem Titel „Zwanglose Geschichten und Bilder“, das ebenfalls aus Tel Aviv zurĂŒckgegeben wurde.[200]

Zudem verkaufte sie am 10. August 1949 eines der aus Tel Aviv zurĂŒckgesandten Liebermann-PortrĂ€ts[201] fĂŒr 3.500 Schweizer Franken an das Kunsthaus. Der Kaufbetrag wurde an Lily Lehner-Gysel in ZĂŒrich ausgezahlt, die Pflegemutter ihrer Enkelin AndrĂ©e ThĂ©rĂšse. Damit ist auch erklĂ€rlich, warum Lola Leder, die von einer kleinen Witwenrente in England lebte, u.a. auf die rasche RĂŒcksendung der Kunstwerke und BĂŒcher aus Tel Aviv gedrĂ€ngt hatte. Ihre Enkeltochter hatte Lola Leder bereits am 1. August 1948 zu ihrem Vater gebracht, der unterdessen in Berlin lebte.[202]

Bis zum heutigen Tage befinden sich die Zeichnungen und ein Aquarell von Jakob Steinhardt[203], das Aquarell von Willi Nowak[204] und die Toulouse-Lautrec-Lithographien im Tel Aviv Museum.[205]

1951 beantragte Lola Leder die RĂŒckerstattung ihrer beiden Portraits von Liebermann, die nach Kriegsende im ehemaligen GebĂ€ude der Reichskulturkammer in der SchlĂŒterstraße aufgefunden worden waren.[206] Das eine davon war die kleinere Fassung der Darstellung in weißem Kleid, sitzend auf dem Sofa aus dem Jahr 1921, die 1937 in Wien und anschließend in Bern ausgestellt worden war.[207] Das zweite undatierte „Damenbildnis“ könnte eine Studie aus dem Jahr 1922 sein.[208] Die RĂŒckgabe stieß auf Schwierigkeiten. Sowohl Erich Goeritz als auch Franz Landsberger mussten im RĂŒckerstattungsverfahren bestĂ€tigen, dass die beiden Bilder Lola Leder gehört hatten. Das BĂŒro fĂŒr Wiedergutmachungsfragen bei der JĂŒdischen Gemeinde Berlin teilte den WiedergutmachungsĂ€mtern lakonisch mit: „Die JĂŒdische Gemeinde zu Berlin hat weder die PortrĂ€ts des Herrn Max Liebermann in Besitz noch sind Unterlagen ĂŒber den angeblich zwischen dem Antragsteller und der JĂŒdischen Gemeinde zu Berlin geschlossenen Leihvertrag vorhanden. Sofern auf Grund eines derartigen Vertrages tatsĂ€chlich der JĂŒdischen Gemeinde zu Berlin 2 PortrĂ€ts in Verwahrung gegeben worden sein sollten, mussten dieselben im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen an die Gestapo bzw. an den frĂŒheren OberfinanzprĂ€sidenten abgeliefert werden. Sollten die vorstehenden AusfĂŒhrungen nicht genĂŒgen und dort eine andere Meinung vorherrschend sein, bitten wir, dieses Schreiben als Widerspruch zu betrachten.“[209] Kurz darauf wurden die beiden Kunstwerke an Lola Leder zurĂŒckgegeben.

Hinsichtlich der RĂŒckgabe des Umzugsguts waren die Dinge komplizierter: wie bereits dargestellt, konnte der Verbleib der beiden Lifts im Wiedergutmachungsverfahren nicht geklĂ€rt werden.[210] Die Erwerber aus den VerkĂ€ufen 1944 sind auch heute nicht zu identifizieren. 1955 entschied das Berliner Landgericht, dass Lola Leder eine Schadenersatzzahlung erhalten sollte, nachdem sie und auch das Land Berlin jeweils gegen einen frĂŒheren Bescheid der Wiedergutmachungskammer in Revision gegangen waren.[211]

Das Portrait David Leders, das Gustav Schaffer 1920 malte, wurde 1962 in den Kunstsammlungen Chemnitz mit dem Vermerk „vermutlich als Geschenk von David Leder um 1933 in die Sammlung gekommen“ bei einer Depotinventur nachinventarisiert.[212]

Die meisten Kunstwerke, die Lola Leder ab 1949 wiederbekommen konnte, wurden in den darauffolgenden Jahren verkauft.

Die acht ÖlgemĂ€lde von Lola Leder und das eine Portrait David Leders, die von Max Liebermann zwischen 1920 und 1923 gemalt wurden, sind ĂŒberwiegend in Privatbesitz, drei sind in öffentlichen Sammlungen. Eine Studie wurde von der Familie Leder kĂŒrzlich auf dem Kunstmarkt angekauft, das Portrait im Kunsthaus ZĂŒrich ist momentan nicht ausgestellt, in der Pfalzgalerie Kaiserslautern befindet sich die große Fassung von Lola Leder in Weiß, sitzend auf dem Sofa von 1922, und das PortrĂ€t David Leders von 1923 ist heute im Stadtmuseum Chemnitz zu sehen.

FĂŒr die weitere Forschung ist wesentlich, dass Archivmaterial besser zugĂ€nglich gemacht wird. So sind sicherlich in den Überlieferungen der KunsthĂŒtte bzw. des Museums Chemnitz weitere neue Informationen vorhanden.

Lola Leder starb 1977 in West-Berlin.[213] Sie hatte ihre letzten Lebensjahre in einem Hotel in Charlottenburg verbracht. Ihre Familie lebt heute in Israel, Deutschland und Großbritannien.

In den beiden Lifts, die 1942 beschlagnahmt wurden, befanden sich wahrscheinlich Erst- und Gesamtausgaben aus David Leders Buchsammlung sowie ein Teil seiner sehr großen Sammlung von Zeichnungen Otto. Th. W. Steins, die Lithographie von CĂ©zanne, Arbeiten von Slevogt, Heinrich Zille, Adolph von Menzel, Aquarelle von Corinth und möglicherweise auch zwei Radierungen von Rembrandt.

Zum Verbleib der Lifts muss weiter recherchiert werden. Möglicherweise kann das momentan laufende Forschungsprojekt am Brandenburgischen Landeshauptarchiv zu den Akten der Vermögensverwertungsstelle des OberfinanzprĂ€sidenten weitere Erkenntnisse zu den AblĂ€ufen der Beschlagnahme und der „Verwertung“ erbringen.[214]

Auch aus der Publikation unserer Projektergebnisse erhoffen wir uns Hinweise zu „G. Sonatria, Charlottenburg, H. Holtzapfel in Lankwitz, Richard Hille, Bismarckstraße 80“ und den vom OberfinanzprĂ€sidenten verkauften Objekten.


[1] Hugo Perls: Warum ist Kamilla schön?, Von Kunst, KĂŒnstlern und Kunsthandel. List-BĂŒcher, Band 216, MĂŒnchen, 1962, S. 53.

[2] Wolf Oschlies: RumÀnischer/deutscher Antisemitismus gegen Juden in RumÀnien, online aktualisiert am 2021-03-13T11:43:53+01:00, URL: https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/rumaenischer-und-deutscher-antisemitismus-gegen-die-juden-in-rumaenien/, (letzter Zugriff: 2022-11-09).

[3] Gunda Ulbricht und Olaf Glöckner (Hrsg.): Juden in Sachsen, Leipzig, 2013, S. 92.

[4] Verlobungsanzeige David Leder Lea Bernstein, in: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, Morgen-Ausgabe – Sonntag (22.02.1914).

[5] Stadtarchiv Chemnitz, Standesamt Chemnitz II: Heiratsregister David Leder Laura Bernstein, 1914, Eheregister 489.

[6] Matthew Stibbe: Enemy Aliens and Internment, online aktualisiert am 27.10.2022, URL: https://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/enemy_aliens_and_internment/2014-10-08, (letzter Zugriff: 2022-10-27).

[7] Zwangsverwaltung rumĂ€nischer Unternehmungen, in: Berliner Börsen-Zeitung, Morgen-Ausgabe – Mittwoch (03.01.1917).

[8] Handelsregister, in: SĂ€chsische Staatszeitung Staatsanzeiger fĂŒr den Freistaat Sachsen (24.02.1920).

[9] Stadtarchiv Chemnitz, Polizeimeldewesen Chemnitz: Meldekarte Leder, I Le 218 b.

[10] Abraham Gilam: Erich Goeritz and Jewish Art patronage in Berlin during the 1920s, in: Journal of Jewish art / Center for Jewish Art of the Hebrew University (1985), S. 60–72, S. 65.

[11] Stadtarchiv Chemnitz, Amtsgericht Chemnitz: Handelsregister, Registerakten David Leder, 1922-1929, 9536.

[12] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsÀmter von Berlin: Lola Leder, London ./. Deutsches Reich wegen Lift, 1951-1955, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[13] Olaf Thormann: Der Maler und Zeichner Otto Th. W. Stein (1877 – 1958), Leben und Werk. EuropĂ€ische Hochschulschriften Reihe 28, Kunstgeschichte, Band 150, Frankfurt am Main, 1992, S. 84.

[14] Lovis Corinth: PortrĂ€t Andreas Weissgerber (Halbfigur, sitzend), sitzend mit Geige und Bogen, 1919, Öl auf Leinwand, Werkverzeichnis Corinth Nr. 776.

[15] Paul Cassirer Archiv, ZĂŒrich, Berlin Kunsthandlung Paul Cassirer: Liebermann Esel am Strand mit Mann oder Knabe, 1918-1921, Lagerkarten.

[16] https://www.proveana.de/de/link/act20000397

[17] Max Liebermann: Briefe. Schriftenreihe der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V., Band 6, 1. Auflage, Baden-Baden, 2016, S. 480.

[18] JĂŒdisches Museum Berlin, Nachlass Jakob Steinhardt: Minni Steinhardt geb. Gumpert Typoskript: bearbeitet von Ann Freund (Lektorin des Leo Baeck Institute), gĂ€nzlich ĂŒberarbeitet und redigiert von Rudolf Pfefferkorn 1976, masch. 218 Seiten, DOK 95/527/2.

[19] JĂŒdisches Museum Berlin, DOK 95/527/2.

[20] Karl Schwarz und Lovis Corinth: Das graphische Werk von Lovis Corinth, 2. erw. Aufl., Berlin, 1922, S. 118.

[21] Ebd., S. 118.

[22] Zentralanmeldeamt Bad Nenndorf, Nationalgalerie Berlin: Gutachten, 1922, SMB-ZA, I/NG, 524.

[23] Max Liebermann: Briefe. Schriftenreihe der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V, Band 7, 1. Auflage, Baden-Baden, 2017, 92f.

[24] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: Schreiber-Weigand Korrespondenz David Leder, 1922-1930.

[25] Lovis Corinth: KĂŒchenstilleben, Schellfisch und Rindfleisch; Stilleben mit Karpfen, Öl auf Leinwand, 1889, Werkverzeichnis Corinth Nr. 68; Lovis Corinth: PortrĂ€t Andreas Weissgerber (Halbfigur, sitzend), sitzend mit Geige und Bogen, Öl auf Leinwand, 1919, Werkverzeichnis Corinth Nr. 776; Lovis Corinth: Chrysanthemen und Kalla, Öl auf Leinwand, 1920, Werkverzeichnis Corinth Nr. 790, falsche Angabe zur Provenienz.

[26] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie Berlin: Sonderausstellungen, 1923-1927, SMB-ZA, I/NG, 603.

[27] Kunsthaus ZĂŒrich: Korrespondenz Ausstellung Besitzer/HĂ€ndler, 1923-1924, 10.30.30.55.

[28] Kunsthaus ZĂŒrich: Ausstellungskorrespondenz 23, 2.3.1923-21.7.1923, 2001,002, 023.

[29] Kunsthaus ZĂŒrich, 10.30.30.55.

[30] Handelsregister, in: Berliner Börsen-Zeitung, Morgenausgabe – Sonntag (24.06.1923). Diese firmierte 1924 in Vereinsbank Crimmitschau AG um. Ging 1936 in Liquidation.

[31] Siehe auch Julia Schnaus: Kleidung zieht jeden an, Die deutsche Bekleidungsindustrie 1918 bis 1973. Jahrbuch fĂŒr Wirtschaftsgeschichte. Beihefte, Band 20, 2017.

[32] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie: Angebote von GemĂ€lden, 1924 -1925, SMB-ZA, I/NG, 468.

[33] Kunstsalon Paul Cassirer, Hugo Helbing: Die Zeichnungssammlung des Herrn L., Berlin: 316 Handzeichnungen von Max Liebermann; Versteigerung 3. MĂ€rz, 4. MĂ€rz 1925, Berlin.

[34] Lucy Wasensteiner, Meike Hopp und Alice Cazzola (Hrsg.): Wenn Bilder sprechen, Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk. ART-Books, Heidelberg, 2022, S. 109.

[35] Adolph Donath: Art. „Vom Kunstmarkt“, in: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, Morgenausgabe (12. MĂ€rz 1925).

[36] Lucy Wasensteiner, Meike Hopp und Alice Cazzola (Hrsg.): Wenn Bilder sprechen, Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk. ART-Books, Heidelberg, 2022, S. 109.

[37] Estella Katzenellenbogen, geb. Marcuse, hatte ihre Kunstsammlung nebst Möbeln und Hausrat 1938 als Umzugsgut bei einem Spediteur zum Versand aufgegeben. Dieser Spediteur lieferte das Umzugsgut auf Anordnung der Gestapo am 27. August 1941 beim Auktionshaus Union Leo Spik in Berlin ab, wo die Mehrzahl der GegenstÀnde am 2. und 3. Oktober 1941 versteigert wurde. http://www.lostart.de/EN/Verlust/537954

[38] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie: Angebote von GemĂ€lden, 1924 -1925, SMB-ZA, I/NG, 468.

[39] Adolph Donath: Vom Kunstmarkt, in: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, 12. MĂ€rz 1925, Morgenausgabe, S. 11.

[40] Max Liebermann: Selbstbildnis im Anzug mit Strohhut, stehend, Öl auf Leinwand, 1922, WVZ Eberle 1922/10.

[41] Max Liebermann: Max Liebermann, Briefe. Schriftenreihe der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V., Band 9-1, Baden-Baden, 2021.

[42] Ulrike Saß: Die Galerie Gerstenberger und Wilhelm Grosshennig. Kunsthandel in Deutschland von der Kaiserzeit zur BRD. Kunst und Kunstgeschichte im Nationalsozialismus: BrĂŒche und KontinuitĂ€ten, Band 7, Köln, 2021, S. 417.

[43] Stadtarchiv Chemnitz, Amtsgericht Chemnitz: Handelsregister, Registerakten David Leder, 1922-1929, 9536.

[44] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: (Schreiber-Weigand?) an David Leder 25.7.1925, L_200.

[45] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: Briefwechsel mit Lola Leder, Liste, 1925, L_199_51.

[46] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: L_200.

[47] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: L_199_51.

[48] Max Liebermann: FarbenprĂ€chtiges, ĂŒppig blĂŒhendes Staudenbeet in des KĂŒnstlers Garten in Wannsee; eventuell identisch mit Gartenweg mit BĂ€umen, Pastell, um 1922.

[49] Sammlung D 
 L 
, Berlin, dabei BeitrĂ€ge aus anderem Besitz, Hervorragende und wertvolle Zeichnungen, Aquarelle, Pastelle bedeutender deutscher und auslĂ€ndischer KĂŒnstler des XIX. und XX. Jahrhunderts; Klassizisten, Nazarener, Romantiker, Biedermeier, Idealisten, Realisten, Impressionisten, Expressionisten. Versteigerungskatalog, Amsler & Ruthardt, Band 107, Berlin, 1925.

[50] Unbekannt: Versteigerung bei Amsler & Ruthardt, in: Berliner Börsen-Zeitung, Morgenausgabe (25.10.1925), S. 5.

[51] Unbekannt: Die Versteigerung bei Amsler & Ruthardt, in: Berliner Börsen-Zeitung, Abendausgabe (30.10.1925).

[52] Paul CĂ©zanne: Brustbild eines Herrn mit gescheiteltem langen Haar, nach links abwĂ€rts blickend; Head of a Man; TĂȘte d’homme penchĂ©e en avant, de trois quarts Ă  gauche, Kohle, , Adrien Chappuis: The Drawings of Paul CĂ©zanne: A Catalogue RaisonnĂ©. Greenwich, CT: New York Graphic Society, 1973, no. 231, ill., as Head of a Man und Paul CĂ©zanne: Fast lebensgroßer Kopf des vorigen Herrn, anscheinend auf dem Totenbett; daneben zwei Handstudien; Bildnis des Malers Achille Emperaire; Étude de tĂȘte et de mains; Study of a head and hands, Kohle, 1867, Adrien Chappuis: The Drawings of Paul CĂ©zanne: A Catalogue RaisonnĂ©. Greenwich, CT: New York Graphic Society, 1973, no. 109, ill., as Study of a head and hands.

[53]FĂ€lschung: Landschaft bei Arles in der Provence, De la Faille: Les faux van Gogh, Nr. 174, S. 42; Vincent van Gogh: Les Buissons; Malerische Ecke einer blumenreichen, sonnigen Waldwiese; A Corner of a Garden in the Place Lamartine (for John Russell Rohrfeder, 1888, De la Faille1970/1992, no. 1449, F1449, JH1534. Ich danke Stefan Koldehoff fĂŒr den Hinweis auf die gefĂ€lschte Zeichnung.

[54] Paul Cézanne: Badende Knaben. Lithografie, undatiert.

[55] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz David Leder, 1930-1932, ohne Signatur.

[56] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz Amsler & Ruthardt, 1925, 18.

[57] Jacob Baart de la Faille: Les faux van Gogh, Paris, Bruxelles, 1930, S. 42.

[58] Jacob Baart de la Faille: L’ oeuvre de Vincent van Gogh, Catalogue raisonnĂ©, Paris, Bruxelles, 1928, S. 137.

[59] Oliver Th. Gengenbach: „ein ehrlicher Mensch“ Das Schweizer FlĂŒchtlingsdossier N 10 007 von Stephan Hermlin, in: Elisabeth Pacher Wiedmeyer und Peter von Matt (Hgg.): Prominente FlĂŒchtlinge im Schweizer Exil, Bern, 2005, 220-256.

[60] Stadtarchiv Chemnitz, Polizeimeldewesen Chemnitz: Meldekarte Leder, I Le 218 b.

[61] JĂŒrgen Nitsche und Ruth Röcher (Hrsg.): Juden in Chemnitz, Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder; mit einer Dokumentation des jĂŒdischen Friedhofs, 1. Aufl., Dresden, 2002, S. 400.

[62] Stadtarchiv Chemnitz, Amtsgericht Chemnitz: Handelsregister, Registerakten David Leder, 1922-1929, 9536.

[63] Lovis Corinth: Walchenseelandschaft I. Aquarell; Lovis Corinth: Walchenseelandschaft II. Aquarell; Karl Hofer: Die Blinden; (vielleicht) Irrende im Wald; Max Liebermann: Alter Mann, sitzend. Zeichnung; Max Liebermann: Esel am Strand; Junge mit Reitesel am Strand, Öl auf Pappe, 1900/1901, konnte in Eberle nicht verifiziert werden.

[64] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: (Schreiber-Weigand?) an David Leder am 26.4.1926, L 193.

[65] Eine entsprechende Anfrage wurde dort gestellt. Von den Mitarbeiterinnen des ZADIK wurde erfolglos nach einzelnen Kunstwerken recherchiert. FĂŒr eine Einsicht vor Ort oder eine Recherche in Findmitteln gibt es momentan keine Möglichkeit. Die von Ulrike Saß in ihrer Dissertation zur Sammlung David Leder genannten Provenienzen lassen sich nicht verifizieren.

[66] Alfred KĂŒhn: Karl Hofer, in: Die Horen, 1 (1925), S. 131–141.

[67] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: Briefwechsel mit Lola Leder, Liste, 1925, L_199_51.

[68] Alfred KĂŒhn: Karl Hofer, in: Die Horen, 1 (1925), S. 131–141.

[69] Clara Bachert: Ausstellungen Hofer bei Flechtheim, in: Der Cicerone, 11 (1925), S.570.

[70] Ulrike Saß: Die Galerie Gerstenberger und Wilhelm Grosshennig. Kunsthandel in Deutschland von der Kaiserzeit zur BRD. Kunst und Kunstgeschichte im Nationalsozialismus: BrĂŒche und KontinuitĂ€ten, Band 7, Köln, 2021, S. 139.

[71] Stadtarchiv Chemnitz, Amtsgericht Chemnitz: Handelsregister, Registerakten David Leder, 1922-1929, 9536.

[72] Bundesamt fĂŒr zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV), Zentralfinanzamt Berlin: Sigmund Goeritz AG, 1929-1937, 1703.

[73] Landesarchiv Berlin, Handelsregister Amtsgericht Berlin-Charlottenburg: Sigmund Goeritz AG Handelsregister B, 1920-1939, A Rep. 342-02, Nr. 56243.

[74] Charlotte Berend-Corinth, Lovis Corinth und Hans Konrad Röthel: Die GemĂ€lde von Lovis Corinth, MĂŒnchen, 1958.

[75] Lovis Corinth: Die Versuchung des heiligen Antonius, Öl auf Leinwand, 1908, Werkverzeichnis Corinth Nr. 351 Provenienz Leder falsch.

[76] Lovis Corinth: PortrĂ€t Andreas Weissgerber, Halbfigur, sitzend mit Geige und Bogen, Öl auf Leinwand, 1919, Werkverzeichnis Corinth Nr. 776.

[77] Lovis Corinth: Corinth-Ausstellung, Einhundertsiebenzig Bilder aus Privatbesitz: ausgestellt 1923 im ehemaligen Kronprinzenpalais, Berlin, 1923.

[78] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie Berlin: Versicherung der Leihgaben und Sicherung des Inventars und fremde Kunstwerke, 1927, SMB-ZA, I/NG, 857.

[79] Alfred Flechtheim (Hrsg.): Der Geiger Andreas Weissgerber Sammlung D.L. Berlin, August 1925. Der Querschnitt, Band 8, 1925.

[80] F.A.C. Prestel, Frankfurt a. M.: Handzeichnungen und Aquarelle Alter, Neuer und Moderner Meister, Kupferstiche und Radierungen Alter und Neuer Meister, Lithographien, PortrĂ€ts, Ansichten u. Verschiedenes, Nachlass eines bekannten Frankfurter Kunstfreundes, GemĂ€lde und Zeichnungen Moderner KĂŒnstler, BĂŒcher und Mappenwerke; Versteigerung: Dienstag, den 22. bis Samstag, den 26. Nov. 1927. Auktion / F.A.C. Prestel, Band 94, Frankfurt a. M., 1927.

[81] Paul CĂ©zanne: Brustbild eines Herrn mit gescheiteltem langen Haar, nach links abwĂ€rts blickend, Kohle, undatiert ; Paul CĂ©zanne: Fast lebensgroßer Kopf des vorigen Herrn, anscheinend auf dem Totenbett; daneben zwei Handstudien; Bildnis des Malers Achille Emperaire, Kohle, 1867.

[82] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz Gerstenberger, 1928, G 339 67.

[83] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, G 339 67.

[84] Ulrike Saß: Die Galerie Gerstenberger und Wilhelm Grosshennig. Kunsthandel in Deutschland von der Kaiserzeit zur BRD. Kunst und Kunstgeschichte im Nationalsozialismus: BrĂŒche und KontinuitĂ€ten, Band 7, Köln, 2021, S. 138.

[85] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: L 193.

[86] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder; Dame in Weiß, sitzend, Öl auf Leinwand, 1921, WVZ Eberle1921/10.

[87] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder, sitzend auf einem Stuhl; Frau L. in GrĂŒn, Öl auf Pappe, 1921, WVZ Eberle1921/9.

[88] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: Schreiber-Weigand Korrespondenz David Leder, 1922-1930.

[89] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, EntschĂ€digungsamt Berlin: David Leder, Antragsteller Lola Leder, 1952-1967, Reg. Nr. 66128.

[90] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz David Leder, 1930-1932, ohne Signatur.

[91] Paul Cézanne: Badende Knaben. Lithografie.

[92] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz David Leder, 1930-1932, ohne Signatur.

[93] Douglas Druick: The Ottawa Maquette for the “Large Bathers” Colour Lithograph, in: Bulletin of National Gallery of Canada, 19 (1972), S. 2–24.

[94] Jean Goriany: Notes-on Prints: CĂ©zanne’s Lithograph The Bathers, in: Gazette des Beaux Arts, 23 (1943), 123-124.

[95] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie Berlin: Geschenke und VermĂ€chtnisse, 1930, SMB-ZA, I/NG, 999.

[96] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz David Leder, 1930-1932, ohne Signatur.

[97] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, ohne Signatur.

[98] Abraham Gilam: Erich Goeritz and Jewish Art patronage in Berlin during the 1920s, in: Journal of Jewish art / Center for Jewish Art of the Hebrew University (1985), S. 60–72, S. 68.

[99] Gustav Schaffer: Bildnis David Leder, Öl auf Holz, 1920.

[100] Archiv Kunstsammlungen Chemnitz, KunsthĂŒtte Chemnitz: Korrespondenz David Leder, 1930-1932, ohne Signatur.

[101] In den Einlieferungsbelegen der Kunsthandlung Gerstenberger lassen sich Kunstwerke nicht verifizieren, siehe Staatsarchiv Chemnitz, Bankhaus Bayer & Heinze, Chemnitz und Nachfolger: Einlieferungsscheine fĂŒr VerwahrstĂŒcke, 1944-1945, 33201 Bankhaus Bayer & Heinze, Chemnitz und Nachfolger, Nr. 403.

[102] Zentralarchiv – Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie Berlin: Versicherung der Leihgaben und Sicherung des Inventars und fremde Kunstwerke, 1932, SMB-ZA, I/NG, 858.

[103] Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt, Archiv des Basler Kunstvereins: 1936/3 Lovis Corinth (14.3.-13.4.), 1936, PA 888a N 6 (1) 314.

[104] Tate Library and Archive, Tate Public Records: Tate Public Records: Tate Collections: Acquisitions: Corinth, Lovis, 1936, TG 4/2/228/1.

[105] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, EntschĂ€digungsamt Berlin: Lola Leder, 1950-1958, Reg. Nr. 347548.

[106] Gerd Höschle: Die deutsche Textilindustrie zwischen 1933 und 1939. Staatsinterventionismus und ökonomische RationalitÀt. Stuttgart 2004, S. 32.

[107] Gerd Höschle: Die deutsche Textilindustrie zwischen 1933 und 1938, Stuttgart 2004, S. 306.

[108] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 347548.

[109] Landesarchiv Berlin, Handelsregister Amtsgericht Berlin-Charlottenburg: David Leder Handelsregister A, 1938-1939, A Rep. 342-02, Nr. 43427.

[110] Bundesamt fĂŒr zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV), Parteiakten zu RĂŒckerstattungsverfahren: Margarete Leder, geb. Plaut, New York und Lee Guttmann, geb. Leder, Los Angeles gegen Deutsches Reich nach Carl Leder auf Ablieferung von Schmuck und Edelmetall, 1963-1970, 8-985/62.

[111] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[112] Klaus BĂ€stlein: Besonderer Anhang zur Publikation Vom NS-TĂ€ter zum Opfer des Stalinismus. Dr. Walter Linse. Ein deutscher Jurist im 20. Jahrhundert. Schriftenreihe des Berliner Landesbeauftragten fĂŒr die Unterlagen, Band 27, Berlin, 2008.

[113] Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, Das Spezial-Archiv der Deutschen Wirtschaft, Frankfurt am Main, 1932, S. 4154.

[114] Joachim Nitsche: Die Fliegs. Heyms Familie und ihre Firmen, Teil 1, Die Firma B. Eisenberg & Sohn. Von Zschopau und Thum nach Chemnitz, in: Museumskurier des Chemnitzer Industriemuseums und seines Fördervereins, 6 (2013), S.12–13f.

[115] Staatsarchiv Chemnitz, Filiale Chemnitz Deutsche Bank: Venus-Werke Wirkerei und Strickerei AG, Chemnitz-LĂŒbben, vorher Norddeutsche Tricotwerke AG, Berlin, 1937-1944, 31501 Deutsche Bank, Filiale Chemnitz, Nr. 140.

[116] Landesarchiv Berlin, Handelsregister Amtsgericht Berlin-Charlottenburg: David Leder Handelsregister A, 1938-1939, A Rep. 342-02, Nr. 43427.

[117] Tel Aviv Museum, Tel Aviv Museum: Korrespondenz mit Lola und David Leder, 1933-1952, ohne Signatur.

[118] Karl Schwarz: JĂŒdische Kunst – jĂŒdische KĂŒnstler, Erinnerungen des ersten Direktors des Berliner JĂŒdischen Museums. JĂŒdische Memoiren, Band 4, 1. Aufl., Teetz, 2001, S. 263.

[119] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[120] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[121] Max Liebermann: Bildnis des Geigers Andreas Weissgerber, Öl auf Karton, 1919, WVZ Eberle1919/9; Simon: Was vom Leben ĂŒbrig bleibt, sind Bilder und Geschichten, S. 139.

[122] Max Slevogt: Andreas Weissgerber, Öl, 1922.

[123] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[124] Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt, Archiv des Basler Kunstvereins: 1936/3 Lovis Corinth (14.3.-13.4.), 1936, PA 888a N 6 (1) 314.

[125] Ich danke Prof. Michel Polfer fĂŒr die Informationen. Michel Polfer: Zwischenbericht Provenienzrecherche 1941-100/261 Lovis Corinth MusĂ©e national d’archĂ©ologie, d’histoire et d’art Luxembourg, 16.3.2023.

[126] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder; Dame in Weiß, sitzend, Öl auf Leinwand, 1921, WVZ Eberle 1921/10.

[127] Hermann Simon (Hrsg.): Was vom Leben ĂŒbrig bleibt, sind Bilder und Geschichten, Max Liebermann zum 150. Geburtstag; Rekonstruktion der GedĂ€chtnisausstellung des Berliner JĂŒdischen Museums von 1936, Berlin 1997, S. 242.

[128] Belvedere Research Center, Bibliothek, Wien Neue Galerie: Ausstellungskorrespondenz 286/1-72 121. Ausstellung Max Liebermann 1937.

[129] Kunsthalle Bern: Korrespondenz Ausstellung Max Liebermann, 1937, ohne Signatur.

[130] Lucy Wasensteiner, Meike Hopp und Alice Cazzola (Hrsg.): Wenn Bilder sprechen, Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk. ART-Books, Heidelberg, 2022, S. 123.

[131] Ulrike Pilarczyk, Arne Homann und Ofer Ashkenazi (Hrsg.): Hachschara und Jugend-Alija, Wege jĂŒdischer Jugend nach PalĂ€stina 1918-1941. Steinhorster BeitrĂ€ge zur Geschichte von Schule, Kindheit und Jugend, Band 1, Gifhorn, 2020, S. 197.

[132] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 347548.

[133] Bundesarchiv Bern, Eidgenössische Polizeiabteilung: Rudolf Leder, 1943, E 4264 (-) 1985/196, Dossier N 10007, Band 870.

[134] JĂŒrgen Nitsche und Ruth Röcher (Hrsg.): Juden in Chemnitz, Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder; mit einer Dokumentation des jĂŒdischen Friedhofs, 1. Aufl., Dresden, 2002, S. 398.

[135] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, EntschĂ€digungsamt Berlin: Reg. Nr. 347548.

[136] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[137] Bundesamt fĂŒr zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV), Zentralfinanzamt Berlin: BetriebsprĂŒfungsakte Brasch & Rothenstein, Berlin, W.H. Hamacher, 1917.

[138] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 347548.

[139] Bundesamt fĂŒr zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV), Parteiakten zu RĂŒckerstattungsverfahren: Lola Leder wegen Guthaben Commerzbank, 1952-1956, 8-1173/51.

[140] Bundesamt fĂŒr zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV), 8-1173/51.

[141] Gabriele Anderl, Edith Blaschitz und Sabine Loitfellner (Hrsg.): Die “Arisierung” von Mobilien und die Verwaltungsstelle fĂŒr jĂŒdisches Umzugsgut. Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission, Band 15, Wien, 2004.

[142] Josephine Ulbricht: Das Vermögen der “Reichsfeinde”, Staatliche Finanzverwaltung und Gegnerverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland. Das Reichsfinanzministerium im Nationalsozialismus, Band 6, Berlin, Boston, 2022, S. 233.

[143] Erlass des FĂŒhrers und Reichskanzlers ĂŒber die Verwertung eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden vom 29.5.1941, RGBl. I (1941), S. 303, zitiert nach Ebd., S. 373.

[144] Stephan Lindner: Das Reichskommissariat fĂŒr die Behandlung feindlichen Vermögens im Zweiten Weltkrieg, Eine Studie zur Verwaltungs-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des nationalsozialistischen Deutschlands, Stuttgart 1991.

[145] E-Mail Wagner, Karola, Bundesarchiv Berlin – an Schreiber, Beate, Facts & Files: Anmeldungen Kartei feindlichen Vermögens David Leder, Berlin, 19. Oktober 2021.

[146] Bundesarchiv Berlin, OberfinanzprĂ€sident Berlin-Brandenburg Außenstelle Feindliches Vermögen: Korrespondenz zum Vermögensverfall nach 11. VO, Familienname beginnend mit L, 1942, R2107/I/56.

[147] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[148] Bundesarchiv Berlin, Reichsjustizministerium: Deutsche Maßnahmen gegen Feinde, 1940, R3001/22814.

[149] Staatsarchiv Hamburg, OberfinanzprĂ€sident Hamburg: Auswanderung jĂŒdischer Emigranten, EnthĂ€lt u. a.: Bestimmungen ĂŒber Umzugsgut, Schiffspassagen, Devisentransfer, Kunstwerke, Juwelen und Edelmetalle, Schmiergeldzahlungen an Konsulate zur Beschaffung von Einreisevisen., 1936-1941, 314-15_9 UA 2.

[150] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[151] Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Vermögensverwertungsstelle OberfinanzprĂ€sident Berlin-Brandenburg: Vermögensverzeichnis Lola Leder O 5210 – 4752/44, 1944-1945, Rep. 36 A II, Kartei.

[152] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[153] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[154] Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 36 A II, Kartei.

[155] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsĂ€mter von Berlin: Verfahren Erich Hans Lessing, 121 London Wall, London EC2, England, gegen Brasch & Rothenstein, jetzt Harry W. Hamacher, Berlin NW 40, LĂŒneburger Str. 22. Umzugsgut, 1951-1962, B Rep. 025-08, Nr. 3102/51.

[156] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[157] Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Wie die NS-Vermögensverwertungsstelle Kunst versteigerte, online aktualisiert am 2022-05-10T13:06:36+00:00, URL: https://blha.brandenburg.de/index.php/projekte/ofp-projekt/news/slevogt-funde/, (letzter Zugriff: 2022-11-09).

[158] Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 36 A II, Kartei.

[159] Landesarchiv Berlin, JĂŒngere Streitverfahren Bezirksausschuss/Bezirksverwaltungsgericht Berlin: Entziehung der Fahrerlaubnis Richard Hille, (*21.02.1902), Martin Luther Straße 70, 1932-1933, A Pr. Br. Rep. 031-01, Nr. 428.

[160] Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 36 A II, Kartei.

[161] Landesarchiv Berlin, Polizeirevier Berlin und Fremdenpolizei Berlin: Herbert Holzapfel (*03-08.1893), Kniephofstraße 30a, 1947-1948, C Rep. 375-01-08 Nr. 7096 A. 01. https://www.bpb.de/cache/images/6/756226_galerie_lightbox_box_1000x666.jpg?58387

[162] Landesarchiv Berlin, Kriegsschadenamt Mitte: Kriegsschadenantrag Berlin Chausseestr. 59, Walter Wurlich & Rudolf Sobczyk, Bombenschaden am 23./24. November 1943, 1944, A Rep. 005-07, Nr. 680.

[163] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsĂ€mter von Berlin: Verfahren JRSO fĂŒr unbekannten jĂŒdischen EigentĂŒmer, gegen Rudolf Sobczyk, Berlin-Lichtenrade, Straße 6a Nr. 20 und Mosaik-Film GmbH, Berlin-Lankwitz, MĂŒhlenstr. 52/54 und das Deutsche Reich, 1952-1959, B Rep. 025-03, Nr. 5/56.

[164] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsĂ€mter von Berlin: Verfahren Dr. Hugo Brock (*10.04.1884), verstorben, zuletzt wohnhaft: Berlin-Charlottenburg 9, Bayernallee 7, gegen Rudolf Sobczyk, Lichtenrader Straße 6a, Nr. 20. Umzugsgut, 1950-1952, B Rep. 025-04, Nr. 6565/50.

[165] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsĂ€mter von Berlin: Verfahren JRSO fĂŒr unbekannten jĂŒdischen EigentĂŒmer, gegen Rudolf Sobczyk, Berlin-Lichtenrade, Straße 6a Nr. 20 und Mosaik-Film GmbH, Berlin-Lankwitz, MĂŒhlenstr. 52/54 und das Deutsche Reich, 1952-1959, B Rep. 025-03, Nr. 5/56.

[166] Der Tragödie dritter Akt, in: Der Spiegel, 51 (18.12.1956).

[167] Andreas Förster: Die Bibliothek der Toten, in: Berliner Zeitung, 177 (3. August 2021).

[168] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 347548.

[169] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[170] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, EntschĂ€digungsamt Berlin: Ruth Frenkel, geb. Leder, 1955-1990, Reg. Nr. 257441.

[171] Hildegard Feidel-Mertz: Erziehung zur sozialen HumanitĂ€t, Hans Weils “Schule am Mittelmeer” in Recco/Italien (1934-1937/38), in: Claus-Dieter Krohn und et al (Hgg.): Kindheit und Jugend im Exil. Ein Generationenthema. Exilforschung: Ein internationales Jahrbuch, Berlin, et al., 2006, 95-116.

[172] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 257441.

[173] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[174] Bundesarchiv Bern, Eidgenössische Polizeiabteilung: Rudolf Leder, 1943, E 4264 (-) 1985/196, Dossier N 10007, Band 870.

[175] Bundesarchiv Bern, E 4264 (-) 1985/196, Dossier N 10007, Band 870.

[176] Bundesarchiv Bern, E 4264 (-) 1985/196, Dossier N 10007, Band 870.

[177] Oliver Th. Gengenbach: “ein ehrlicher Mensch” Das Schweizer FlĂŒchtlingsdossier N 10 007 von Stephan Hermlin, in: Elisabeth Pacher Wiedmeyer und Peter von Matt (Hgg.): Prominente FlĂŒchtlinge im Schweizer Exil, Bern, 2005, S. 220-256.

[178] Ebd.

[179] Max Liebermann: HollĂ€ndische Dorfstraße, Spitzgiebelige HĂ€user, in der Mitte ein Baum. Staffage: RĂŒckenfigur einer Frau; L. 76. Bleistift, um 1884; Max Liebermann: Alter Herr; Alter Herr zur “GedĂ€chtnisfeier in Kösen”, Er steht nach links, den Hut in beiden HĂ€nden haltend. Daneben zwei Köpfe im Profil Max Liebermann: HĂ€user am Wald; Zwei BauernhĂ€user am Fuße eines Waldabhanges, L. 118. Kreide, um 1902; Max Liebermann: Ein Junge zu Pferd am Strande, nach links, Schwarze Kreide auf gelblichem Papier. Voll bezeichnet. Kreide (schwarz), um 1903.
https://gurlitt.kunstmuseumbern.ch/de/collection/item/157404/
https://gurlitt.kunstmuseumbern.ch/de/collection/item/157072/
https://gurlitt.kunstmuseumbern.ch/de/collection/item/157100/
https://gurlitt.kunstmuseumbern.ch/de/collection/item/154395/

[180] Bundesarchiv, Gurlitt: Maschinenschriftliche Liste mit 127 KunstgegenstĂ€nden und Versicherungspreisen (5 Seiten), handschriftlich “Pohl”, N 1826/50; Bundesarchiv, Gurlitt: Kunstwerke mit Taxwerten, N 1826/94.

[181] Linda Philipp-Hacka: Provenienzbericht zu Max Liebermann, «Baum und Landschaft», 23,5 x 30,5 cm (Lostart-ID 477934), 2017.

[182] Heinrich, Gertrud, Berlin: Schwester von Walther Heinrich; Arbeit beim ERR???, 1880–1969.

[183] NARA, Ardelia Hall Collection: Munich Administrative Records: Munich CCP Correspondence: Industrie-Musulin, 1950-1952, RG 260, M1946, 3725253.

[184] Walther Heinrich / Walther Unus: schrieb 1935 Gutachten zur Sammlung von Eduard Arnhold siehe Dorrmann; Blechen-Sammler, ab 1924 Mitarbeiter des Berliner Auktionshauses Rudolph Lepke, Schriftsteller, Bankangestellter, geboren: 28. August 1872, gestorben: 25. April 1939 in Rom.

[185] Hier seien einmal die vollstĂ€ndigen Provenienzen und Referenzen genannt: Max Liebermann: Ein Junge zu Pferd am Strande, nach links; Max Liebermann: HollĂ€ndische Dorfstraße, Spitzgiebelige HĂ€user, in der Mitte ein Baum. Staffage: RĂŒckenfigur einer Frau; L. 76. Bleistift, um 1884. Masse 166 x 104, Provenienz: David Leder; 1925-03-03-04 Paul Cassirer, Hugo Helbing Berlin, Los 32; zurĂŒck; 1925-10-29 Amsler & Ruthardt Berlin Auktion, Los 76, kein Erwerber bekannt; angeboten 1927-11-22 F.A.C. Prestel, Frankfurt am Main, Los 541, unklar, ob verkauft; Max Liebermann: Alter Herr; Alter Herr zur “GedĂ€chtnisfeier in Kösen”, Er steht nach links, den Hut in beiden HĂ€nden haltend. Daneben zwei Köpfe im Profil / Kreide, 1888. Masse 298 x 225, Provenienz: David Leder; 1925-03-03-04 Paul Cassirer, Hugo Helbing Berlin, Los 56 “Alter Herr”; Erwerber B. 720,00 durchgestrichen, zurĂŒck, 1925-10-29 Amsler & Ruthardt Katalog Nr. 107, Nr. 89 (Seite 28), kein Erwerber bekannt; angeboten 1927-11-22 F.A.C. Prestel, Frankfurt am Main, Los 539, unklar, ob verkauft Ausstellungen: ZĂŒrich 1923 (Leihgabe Leder); Ausstellungskatalog Max Liebermann 1847–1935. Kunsthalle Bremen, 1954. Nr. 165.

[186] Max Liebermann: HĂ€user am Wald; Zwei BauernhĂ€user am Fuße eines Waldabhanges, L. 118. Kreide, um 1902. Masse 98 x 146, Provenienz: David Leder, Berlin, 1925-03-03-04 Paul Cassirer, Hugo Helbing Berlin Los 153, zurĂŒck, 1925-10-29 Amsler & Ruthardt Berlin Auktion, Los 118, unklar, ob verkauft.

[187] Stiftung Neue Synagoge Berlin-Centrum Judaicum (Hrsg.): Auf der Suche nach einer Verlorenen Sammlung. Das Berliner JĂŒdische Museum (1933 – 1938), Berlin, 2011, S. 11.

[188] Landesamt fĂŒr BĂŒrger- und Ordnungsangelegenheiten, Berlin, Reg. Nr. 66128.

[189] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[190] Tel Aviv Museum, , ohne Signatur.

[191] Abraham Gilam: Erich Goeritz and Jewish Art patronage in Berlin during the 1920s, in: Journal of Jewish art / Center for Jewish Art of the Hebrew University (1985), S. 60–72, S. 71.

[192] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder – im Pelzmantel, sitzend; PortrĂ€t Frau L., klein, in Pelz; Portrait Mrs. Leder (in a fur), Öl auf Holz, 1922, WVZ Eberle 1922/12.

[193] Max Liebermann: Bildnis David Leder, Öl auf Leinwand, 1923, WVZ Eberle 1923/13.

[194] Max Liebermann: Bildnis David Leder, Öl auf Leinwand, 1923, WVZ Eberle 1923/13.

[195] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder in Abendrobe, stehend, Öl auf Leinwand, 1922, WVZ Eberle 1922/13.

[196] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[197] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[198] Tel Aviv Museum, ohne Signatur.

[199] Kunsthaus ZĂŒrich: Allgemeine Korrespondenz, 17.5.1949-29.10.1949, 2001, 001,112.

[200] Kunsthaus ZĂŒrich: Sammlungskommission Protokolle, 23.3.1939-13.10.1949, 10.30.10.42.

[201] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder (sitzend auf einem Stuhl); Bildnis Lola Leder im blauen Kleid; Dame in Blau, Öl auf Pappe, 1920. WVZ Eberle 1920/10.

[202] Oliver Th. Gengenbach: “ein ehrlicher Mensch” Das Schweizer FlĂŒchtlingsdossier N 10 007 von Stephan Hermlin, in: Elisabeth Pacher Wiedmeyer und Peter von Matt (Hgg.): Prominente FlĂŒchtlinge im Schweizer Exil, Bern, 2005, S. 220-256.

[203] Jakob Steinhardt: Frauenportrait. Aquarell, 1906; Jakob Steinhardt: Herrenportrait. Aquarell, 1910; Jakob Steinhardt: Portrait Ludwig Meidner. Farbzeichnung, 1912; Jakob Steinhardt: Altes Paar vor einer TĂŒr. Zeichnung, 1921; Jakob Steinhardt: SelbstportrĂ€t. Zeichnung, 1921; Jakob Steinhardt: Herrenportrait; Portrait David Leder. Zeichnung, 1922; Jakob Steinhardt: Portrait David Leder. Zeichnung, 1922; Jakob Steinhardt: Portrait; Portrait of the Actor Grosbard from the Yiddish Theater; Portrait des Schauspielers Herz Grossbart vom Jiddischen Theater. Zeichnung, 1922.

[204] Willi Nowak: Wirtschaftsgarten; Im Herbergsgarten; Bettler. Aquarell.

[205] Da diese Objekte montiert sind, konnten die RĂŒckseiten nicht auf die Sammlungsnummer untersucht werden.

[206] Landesarchiv Berlin, WiedergutmachungsÀmter von Berlin: Lola Leder, London ./. Deutsches Reich wegen Freigabe von zwei Portraits von Max Liebermann, 1951-1953, B Rep. 025-02, Nr. 2104/50.

[207] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder; Dame in Weiß, sitzend, Öl auf Leinwand, 1921.WVZ Eberle 1921/10.

[208] Max Liebermann: Bildnis Lola Leder – im Pelzmantel – Studie, RĂŒckseite Dame in lilagrau – Frau Lola Leder, Öl auf Holz, 1922, WVZ Eberle 1922/11.

[209] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-02, Nr. 2104/50.

[210] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[211] Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-08, Nr. 3262/51.

[212] Kunstsammlungen Chemnitz, Kunstsammlungen Chemnitz: Auszug aus Inventarbuch zu Schaffer, David Leder, unbekannt, Inventarbuch.

[213] Amtsgericht Berlin Charlottenburg: Nachlasssache Lola Leder, geb. Bernstein, 1958-1977, 64 IV 333/77.

[214] Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Über das OFP-Projekt, online aktualisiert am 2022-10-24T09:36:59+00:00, URL: https://blha.brandenburg.de/index.php/projekte/ofp-projekt/, (letzter Zugriff: 2022-11-16).


Dr. Bettina Leder – Enkelin von Lola und David Leder, Tochter Stephan Hermlins – lebt als Kuratorin und Autorin in Berlin. Über ihre BeschĂ€ftigung mit der Familiengeschichte publizierte sie 2021 im Katalog zur Ausstellung „Tu BiShvat“ (Kunstsammlungen Chemnitz) einen Text mit dem Titel „Eine unvollendete Geschichte.“

Beate Schreiber, ist Historikerin bei Facts & Files Historisches Forschungsinstitut Berlin. Themen ihrer Arbeit sind “Arisierungen”, Provenienzforschung zu Kunst- und KulturgĂŒtern und Restitution und EntschĂ€digung nach 1945. Momentan recherchiert sie zu den außereuropĂ€ischen Objekten in der Sammlung von Herbert M. Gutmann und rekonstruiert die Kunstsammlung von Alfred Cassirer.

 


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Beate Schreiber, Bettina Leder (24. Mai 2023). Die Kunstsammlung von David und Lola Leder. RETOUR 🠔. Abgerufen am 10. Oktober 2026 von https://doi.org/10.58079/toho


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